Die Bewerbungstipps der Recruiter

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Aus erster Hand: Bewerbungstipps der Recruiter. Photo by Frame Harirak on Unsplash

 

Was sind die besten Bewerbungstipps? junior // consultant hat nachgefragt bei denen, die es wissen müssen

Der anspruchsvolle Bewerbungsprozess auf Consulting-Jobs stellt für viele eine große Hürde dar. Häufig müssen Bewerber mit dem Lösen einer Case Study unter Zeitdruck ihr Können unter Beweis stellen. Wir haben Bewerbungstipps gesammelt, die Kandidaten auf ihrem Weg zum Beraterjob helfen.

Bewerbungstipp 1: Hinterfragen Sie ehrlich Ihre Präferenzen vor Ihrem Einstieg

„Hat man dann ein Verständnis davon, wie Beratung tickt, sollte man sich selbst hinterfragen: Habe ich Lust dazu? Bin ich gerne unterwegs? Kann ich mich gut strukturieren? Arbeite ich gerne mit verschiedenen Ansprechpartner*innen? Das kommunizieren wir im Bewerbungsprozess auch deutlich. Unsere Videos von unseren Mitarbeiter*innen auf der Karriereseite zum „Berater-Alltag“ sind sicherlich eine gute Hilfe und geben einen realistischen Einblick in das Berater*innen-Leben.“
– Dorothee Scharf von Sopra Steria, HR Business Partnerin

Bewerbungstipp 2: Bereiten Sie sich gut auf den Auswahltag vor

Ist die schriftliche Bewerbung erfolgreich gemeistert, steht häufig ein Auswahltag bevor. Recruiter von verschiedenen Unternehmen erzählen, wie man sich darauf vorbereiten kann:

„Eine echte Vorbereitung auf die Interviews gibt es nicht, da es uns wichtig ist, die Bewerber und Bewerberinnen so kennen zu lernen, wie sie wirklich sind. Es kann allerdings hilfreich sein, noch einmal das Kopfrechnen zu üben und einen Blick auf unsere karriere.mckinsey.de zu werfen, auf der man einige nützliche Tipps zum Ablauf findet.“
– Nadja Peters, Director of Recruiting bei McKinsey.

Alessa Erbacher von confinpro empfiehlt, sich im Voraus mit dem Berufsbild des Unternehmens auseinanderzusetzen:

„Als Vorbereitung empfehlen wir, sich mit dem Berufsbild des Unternehmensberaters auseinanderzusetzen und unsere Webseite cofinpro.de sowie unser Karrieremagazin zu studieren. So erhalten Bewerber einen guten Einblick in das Unternehmen und wissen, was sie hier erwarten können.“

Claas Leseberg von Volkswagen Consulting:

“Eine Vorbereitung auf den Auswahltag ist in jedem Fall ratsam. Neben dem Aneignen von aktuellem Wissen zum Volkswagen Konzern sollte man sich gut auf die Bearbeitung von Fallstudien vorbereiten. Hilfreich ist zudem, ein gutes Verständnis vom Berufsbild des Beraters zu haben. Darüber hinaus sollte man sich bewusst sein, was einen selbst besonders positiv für die Stelle als Berater bei Volkswagen Consulting qualifiziert.”

Bewerbungstipp 3: Legen Sie sich für die Case-Study eine klare Struktur fest

“Ein Patentrezept für die erfolgreiche Bearbeitung von Case Studies gibt es zwar nicht, die folgenden Tipps können aber hilfreich sein:

  1. Überlegen Sie genau, welche Informationen notwendig sind. Fehlen Ihnen Informationen, fragen Sie gezielt nach. Kein Berater löst einen Case ohne intensiven Austausch mit Kunden und Kollegen.
  2. Geben Sie keine vorschnellen Antworten. Legen Sie vielmehr eine klare Struktur fest und notieren Sie diese, möglicherweise in mehreren Ebenen. Dafür können Sie sich ruhig ein paar Minuten Zeit nehmen.
  3. Priorisieren Sie. Welche Bereiche sind für die Problemlösung besonders relevant, welche nicht und warum.
  4. Steigen Sie dann aktiv in die Diskussion mit Ihrem Interviewpartner ein und führen Sie ihn entlang Ihrer festgelegten Struktur zu einem Ergebnis. Hinterfragen Sie dabei Ihre Annahmen und Ergebnisse kritisch, bevor dies Ihr Interviewpartner tut.
  5. Geben Sie nicht vorschnell Schätzungen ab, sondern plausibilisieren Sie diese.
  6. Halten Sie nicht beharrlich an einem Lösungsansatz fest. Seien Sie kreativ und denken Sie auch außerhalb von 08/15-Lösungen. Was haben Sie nicht erfasst, welche weiteren Blickwinkel wären möglich?”

Dr. Nordal Cavadini, Partner und Recruiting-Verantwortlicher bei Oliver Wyman in der Schweiz,
Dr. Michael Lierow, Partner und Recruiting-Verantwortlicher bei Oliver Wyman in Deutschland.

Bewerbungstipp 4: Überzeugen Sie mit Ihrer sozialen Kompetenz

Die Recruiter sind sich einig: Die soziale Komponente ist ein sehr wichtiger Bestandteil, um im Bewerbungsprozess und später im Beraterberuf Erfolg zu haben.

„Ein großer Bestandteil der Beraterkompetenz ist nicht zuletzt die soziale Komponente. Dazu gehören ein sicheres Auftreten, eine gute Präsentationsfähigkeit, gute kommunikative Fähigkeiten und die Bereitschaft zum ständigen Austausch mit dem Kunden. Wer dann noch neugierig, lernbereit und flexibel ist, hat das Zeug zum Berater.“
Alessa Erbacher, Cofinpro

“Nicht zuletzt entscheiden soziale Kompetenz, ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten und Flexibilität sowie Motivation und Eigeninitiative mit über den Einstieg bei Oliver Wyman“.
Dr. Nordal Cavadini und Dr. Michael Lierow

Bewerbungstipp 5: Recruiter achten nicht nur auf Ihr Fachwissen

Franziska Heitzer, Recruiting Manager bei SMC, erzählt, worauf sie als Recruiterin besonders achtet:

„Ich möchte verstehen, was Sie antreibt, was Sie interessiert und warum Sie bei uns einsteigen wollen. Außerdem achte ich darauf, ob ein Lebenslauf strukturiert aufgebaut ist und alle relevanten Informationen enthalten sind. Neben dem Lebenslauf inklusive Noten sollte die Bewerbung ein Anschreiben sowie alle relevanten Zeugnisse ab dem Abitur beinhalten. Mein Rat: Versuchen Sie, es dem Recruiter so einfach wie möglich zu machen!“

Für Nadja Peters, Director of Recruiting bei McKinsey, ist auch die Persönlichkeit der Bewerber entscheidend:

„Neben einem hervorragenden Hochschulabschluss ist uns vor allem die Persönlichkeit der Bewerberinnen und Bewerber wichtig. Dazu zählen Engagement und Einsatzbereitschaft sowohl im Studium und Beruf als auch außerhalb ebenso wie analytische und kommunikative Fähigkeiten. Daneben legen wir viel Wert auf Teamfähigkeit und Kreativität.“

Bewerbungstipp 6: Stellen Sie so viele Fragen wie möglich

„Mein Tipp an alle Bewerber: Stellen Sie so viele Fragen wie möglich! Offenheit ist für uns genauso wichtig wie die fachliche Qualifikation.“
Franziska Heitzer

Fabian Billing, Partner bei McKinsey über die Case Study:

„Nachfragen ist ausdrücklich erlaubt. Wer sich hier zurückhält, aus Sorge, sich eine Blöße zu geben, läuft Gefahr, die Aufgabe nicht richtig zu erfassen und gar an ihr zu scheitern.“