Prozessberatung in der Digitalisierung von Versicherungen

Claudia Wiedemann ist 26 Jahre jung und seit Mai 2017 ein fester Teil des msg-Teams. Wenn sie sich nicht mit ihrer Leidenschaft Mathematik beschäftigt, unternimmt sie in ihrer Freizeit gerne etwas mit Freunden und fährt Ski. Nach ihrem Studium der Wirtschaftsmathematik an der Universität Ulm verbrachte sie ein Jahr in Kanada und stieg dann bei msg als Business Consultant ein.


Als Mathematikerin in der IT-Beratung ist Claudia Wiedemann bei der msg keine Exotin. Sie stieg im Mai 2017 als Business Consultant ein. Schon nach zwei Monaten engagierte sie sich in einem Projekt bei einem Rückversicherer. Berufsbegleitend bereitet sie sich auf die Aktuar-Prüfung vor. In junior //consultant berichtet sie über ihre Erfahrungen und Pläne bei msg.

Zur Mathematik fand ich über eine familiäre „Vorbelastung“: Meine Eltern sind beide Wirtschaftsmathematiker. Und so studierte ich dieses Fach an der Universität Ulm, die einen besonderen Schwerpunkt auf Versicherungsmathematik legt. Meine Bachelorarbeit schrieb ich konsequenterweise über ein Thema der Be­trieblichen Altersvorsorge und die Herausforderung der demografischen Entwicklung für Pensionsfonds.

Nach verschiedenen Praktika und einem Jahr im Ausland bewarb ich mich bei msg. Schon während meines Bachelor-Studiums wusste ich, dass ich in einer IT-Beratung arbeiten wollte. Anders als beispielsweise bei einem Versicherungsunternehmen kann ich dort bei verschiedenen Projekten mitarbeiten und man sieht einfach mehr von seinem Berufsfeld. Und das ist auch das Spannende bei der msg, da diese IT-Beratung gerade im Insurance-Sektor so gut aufgestellt ist. Ich besuchte 2017 den Bewerbertag, führte danach erste Gespräche und konnte kurz darauf im Aktuar-Team einsteigen.

Schneller Einstieg mit echten Herausforderungen

Ich wurde herzlich aufgenommen. Zusammen mit anderen Berufseinsteigern fing ich im Mai an. Wir erhielten zunächst Schulungen, bevor es direkt ins Projekt ging. Im Aktuar-Team bekam ich sofort erste Aufgaben, die ich teilweise im Team und teils auch alleine lösen konnte. So arbeitete ich zunächst in einem Projekt in der Rolle als Aktuarin für einen Bausparrechner. Aktuare haben eine verantwortungsvolle Aufgabe in einer Versicherung, vor allem bei Bauspar- und Altersvorsorgeprodukten. Wir befassen uns mit den Risiken, analysieren und bewerten Daten aus der Vergangenheit und berechnen Zukunftsszenarien, um die Stabilität eines Produktes über den gesamten Lebenszyklus zu gewährleisten. Wir arbeiten mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen und mathematischer Statistik, um das versicherungstechnische Ergebnis eines Produktes und die dafür notwendigen Tarife korrekt zu berechnen. Damit hatte ich mich im Studium und in Praktika befasst und wusste damals schon, dass dieses Fachgebiet auch meinen Karriereweg prägen sollte.

Und dann erhielt ich nach kaum zwei Monaten die Chance, in ein Projekt einzusteigen, bei dem meine Versicherungsexpertise richtig gut passte. Die Versicherungswirtschaft insgesamt befindet sich durch die Digitalisierung im Umbruch und es geht um wesentlich mehr, als schicke Apps zu entwickeln. Die Digitalisierung bei einer Versicherung muss wesentlich tiefer durchdacht und die bisher papiergebundenen Prozesse müssen völlig neu entwickelt werden.

Ich wusste also, dass ich an einem Pionierprojekt mitmachen durfte. In dem bereits laufenden Projekt für ein Rückversicherungsunternehmen geht es um eine App, über die Verbraucher mit einem Indexfond auf ein beliebiges Ziel sparen können. Diese App wendet sich an eine junge Zielgruppe, die der Auftraggeber bisher nicht ansprach: Die Endkunden sollen eine einfache, intuitive und mit wenigen Handgriffen zu bedienende Versicherungsanwendung für Smartphones erhalten, ohne auf die hohen versicherungstechnischen Standards zu verzichten. Und das bei einem Produkt wie der Lebensversicherung, das zu den schwierigsten der Branche zählt, weil es von zahlreichen Unsicherheiten und allen denkbaren Entwicklungen über einen langen Zeitraum geprägt ist.


Aktuelle Einstiegsmöglichkeiten auf dem Karriereportal der msg unter: karriere.msg.group. Weitere Beiträge rund um msg systems als Arbeitgeber auch auf unserem Partnerportal hitech-campus.de.


Für den Versicherer geht es um die Digitalisierung von Versicherungsabläufen mit den nachgelagerten Prozessen – genau hier hat unser Projekt den Fokus. Wir beschritten also zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen des Kunden völlig neue Wege zur Digitalen Transformation im Versicherungsgeschäft. Im Kern dieser Anwendung, die auf den Strukturen einer Lebensversicherung basiert, steckt ein revolutionäres Konzept.

Anders als früher laufen die Prozesse nun in Echtzeit, was für alle Beteiligten ein Umdenken sowie neue Workflows bedeutet. Anfangs testete ich das Bestandsführungssystem, um Schwachstellen aufzudecken und um die Prozesse zu verstehen. Dabei wirkte ich auch an der Entwicklung automatisierter Tests mit. Ob­- wohl der Kunde die App in den Fokus stellte, mussten wir an vielen unerwarteten Stellen im Hintergrund die internen Prozesse für die Digitalisierung fit ma­chen. Wir stellten unter anderem das Fonds-Investment auf Daytrading um und bauten die Schnittstelle für SEPA-Banking um, damit es für die Kunden der App möglich ist, täglich Aus- und Einzahlungen zu tätigen. Auch die Wertentwicklung kann über die App jederzeit beobachtet werden, wofür die Schnittstelle neu gebaut werden musste.

Die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Garantien hat die Komplexität zusätzlich erhöht, da unterschiedliche Berechnungen und Abläufe notwendig sind. Wir mussten also völlig neue Spezifikationen für diese Prozesse definieren. Für die Bestandsführung bedeutet dies schnellere und flexiblere Reaktionen, die wir teilweise automatisch verarbeiten können, die aber immer wieder auch durch die Sachbearbeiter überprüft werden müssen.

Meine Aufgabe war es, diese Schnittstelle zwischen automatisierten Prozessen und menschlicher Überprüfung zu beschreiben und die Abläufe abzuleiten. Zudem musste das digitale Produkt an die bestehenden Systeme des Kunden mit Schnittstellen angebunden werden. Auch bei diesem Feintuning durfte ich meine Expertise einbringen.

Perspektiven bei msg mit Aktuar-Ausbildung

Unser Produkt hat die erste Life-Phase erfolgreich gemeistert und alle Grundprozesse laufen problemlos. Ich werde nun noch einige Erweiterungen in den Prozessen begleiten. Für mich sind die zwei Jahre in diesem Projekt fast schon ein idealtypischer Einstieg in die Finance- und Insurance-Sparte. Mittlerweise habe ich meine berufsbegleitende Ausbildung zum „Aktuar DAV“ bei der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) begonnen. Für meine Seminare und Prüfungen werde ich von msg freigestellt, die Vorbereitung führe ich in der Freizeit oder im Urlaub durch. Es ist eine riesige Chance, diesen anerkannten Ausbildungsgang bei einer IT-Beratung zu absolvieren.

Bis zum Ende des Sommers werde ich noch in meinem aktuellen Projekt tätig sein, aber wer weiß, welches Projekt danach bei msg auf meine Versicherungsexpertise wartet. Ich freue mich in jedem Fall darauf, noch tiefer in die Aufgaben und Herausforderungen einer sich digitalisierenden Versicherungsbranche einzutauchen.

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