Umkämpfte Beratungsbranche: So machen sich Unternehmen zukunftssicher

Jan Mechtel ist Co-Founder By Acquisition und Geschäftsführer Deutschland bei der Content Enablement Plattform Templafy.

Jan Mechtel ist Co-Founder By Acquisition und Geschäftsführer Deutschland bei der Content Enablement Plattform Templafy.

Ein Gastbeitrag von Jan Mechtel, Geschäftsführer Deutschland und Co-Founder by Acquisition bei Templafy

913 Milliarden US-Dollar, eine Zahl so ungreifbar wie die Menge an Galaxien im Universum. Fast eine Billion US-Dollar ist der globale Beratungsmarkt wert, so die aktuellen Schätzungen des Global Management Consulting Services Market Report. Und das Ende scheint noch nicht erreicht. Selbst im von wirtschaftlichen Negativschlagzeilen geplagten Corona-Jahr 2020 verzeichnete die Beratungsbranche ein Umsatzwachstum von 1,9 Prozent. Nach Erholung der Wirtschaft soll bereits 2023 eine Wachstumsrate von 8 Prozent erreicht werden.

Rosige Aussichten für alle Beratungsunternehmen, ihre Mitarbeitenden und solche, die es werden wollen. Und das ist sicherlich nicht gänzlich an den Haaren herbeigezogen: Alleine in Deutschland arbeiteten 2020 laut Statista 184.000 Unternehmensberater. Dies entspricht in etwa Dreiviertel der 240.000 Friseure deutschlandweit, immerhin ein traditionelles Handwerk, das die meisten Menschen regelmäßig nutzen.

Ungewohnte Konkurrenz: Auch etablierte Beratungsfirmen müssen digital aufrüsten

Doch in der Beratungsbranche wird der Druck zunehmend größer. Zwar verzeichnet der Markt seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum, doch seit 2015 sinken die Umsätze der Beratungsfirmen. Ein Hauptgrund: ungewohnte Konkurrenz von Low-Cost-Anbietern, kleineren Boutique-Agenturen oder der Trend hin zu Inhouse Consulting Firmen, wie es beispielsweise die Deutsche Bahn oder Mercedes-Benz vorleben.

 Um langfristig bestehen und die gewünschten Marktanteile abgreifen zu können, müssen Unternehmen die Effizienz Ihrer Beraterinnen und Berater erhöhen. Effizienz steigert den Output, minimiert damit Wechselgründe seitens der Kunden und kann am ehesten dort erhöht werden, wo Prozesse automatisierbar sind. In der Beratungsbranche gilt das insbesondere für die Erstellung, das Teilen oder die Bearbeitung von Dokumenten und die Bereitstellung von Inhalten.

Ob Reportings erstellen, Kalkulationen durchführen oder Pitch-Decks aufbauen – Powerpoint, Excel und Co. gehören zum Alltag einer jeden Beraterin, nicht zwingend jedoch zu den beliebtesten Aufgaben. Schließlich steht nicht immer die fachliche Expertise im Vordergrund. Oft überwiegt die Suche nach Unternehmensinhalten zum Aufbau dieser Dokumente. Wo finde ich Bilder, die ich benutzen darf? Welche Vorlage ist aktuell? Und welchen Haftungsausschluss muss ich im Vertragsentwurf benutzen? Für die richtige Lösung bedarf es mühsamer Eigenrecherche, unangenehmen Nachfragen bei der Kollegenschaft und vor allem: Zeit.

Laut einer Templafy Umfrage unter 1.200 deutschen Arbeitnehmern benötigt die Hälfte der Befragten mindestens vier bis sechs Stunden für diese Suche – pro Woche! Business Enablement Tools, die die Produktivität der Mitarbeiter in unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Prozessen erhöhen, schaffen hier Abhilfe. Der Teilbereich Content Enablement beschreibt konkret die Potenziale digitaler Tools für den optimierten Umgang mit Dokumenten und Inhalten. Wie profitieren Technologie-orientierte Beratungsunternehmen durch Content Enablement?

Effizienz erhöhen und der Konkurrenz enteilen

 Der zunehmende Wettbewerb, der aktuell im Beratungssektor zu beobachten ist, führt folglich auch zu steigenden Anforderungen der Kunden. Schließlich sind Sie es, die vom größeren Angebot profitieren. Laut einer Studie des Softwareherstellers Deltek macht sich dies insbesondere in der Kostentransparenz bemerkbar. Beratungsunternehmen müssen genau aufzeigen, was sie tun und wie lange diese Prozesse dauern. Hier machen alltägliche Ineffizienzen in internen Workflows, wie die zeitintensive Suche nach Informationen, das Beratungsunternehmen angreifbar. Kein Auftraggeber weltweit sieht sich dafür verantwortlich, diese Ineffizienzen zu bezahlen. Im Umkehrschluss sinkt also die Menge abrechenbarer Stunden und letztlich: der Umsatz.

Die eigene Effizienz kann mit intelligenten Technologien erhöht werden, die sich der Automatisierung von sich wiederholenden Aufgaben widmen. Ein Beispiel dafür sind Plattformen, die Dokumenten-Vorlagen unternehmensweit up-to-date halten. Statt eigenständig eine Vorlage zu aktualisieren sowie die entsprechenden Bilder, Logos und Textbausteine zusammenzusuchen, nehmen digitale Tools den Beratern diese Arbeit ab. Diese werden dadurch effizienter und produktiver, können sich so gegenüber der aufstrebenden Konkurrenz behaupten.

 Junge Talente gewinnen

Die Studie von Deltek kam ebenfalls zum Schluss, dass das Recruitment für Beratungsunternehmen zunehmend zur Herausforderung wird: 44 Prozent der befragten Unternehmen geben an, Probleme in der Akquirierung junger Talente zu haben. Um Young Professionals für das eigene Unternehmen begeistern zu können, rückt neben einem wettbewerbsfähigen Gehalt und guten Aufstiegschancen vermehrt die Flexibilität in Form von remote Arbeit in den Fokus.

Doch noch immer findet die Arbeit von Beratern mehrheitlich beim Kunden statt, nicht selten mehrere Hundert Kilometer entfernt vom eigenen Zuhause. Viele Absolventinnen und Absolventen scheuen sich deshalb vor dem Schritt in die Beratungswelt. Dabei schließen sich Flexibilität und die Arbeit als Consultant nicht aus. Unternehmen müssen nur entsprechende Technologien und Kulturen implementieren. Cloud-basierte Tools zur Kommunikation und Kollaboration erlauben beispielsweise Mitarbeitenden und Kunden in einem übergeordneten, digitalen Ökosystem zu bestehen. Das resultiert in einem agilen Arbeitsprozess, der von überall umgesetzt werden kann. Und nicht nur das: 77 Prozent der Arbeitnehmer geben an, durch flexible Arbeitsmodelle produktiver zu sein.

Zeit für fachlich wichtige Aufgaben schaffen

 Viel zu viel Zeit verschwenden hochqualifizierte Berater mit der manuellen Erstellung von Dokumenten, Reports und Präsentationen. Laut der Deltek Studie benötigt mehr als die Hälfte der Befragten mehrere Hundert Stunden pro Jahr, während 57 Prozent sogar angeben, die vorgegebenen Deadlines der Kunden nicht einhalten zu können. Es ist also doppelt bitter, dass Berater dermaßen viel Zeit mit verhältnismäßig simplen Aufgaben verbringen: Sie können ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen, was weder für den Kunden noch das eigene Unternehmen förderlich ist. Zudem steigt die eigene Frustration, wenn die vorhandene Brain Power nicht für Mehrwert-stiftende Aufgaben eingesetzt werden kann.

Für diese Frustration und den Effizienzverlust bestehen digitale Lösungsansätze: Die Erstellung dieser Dokumente kann zu großen Teilen automatisiert werden. Cloud-basierte Plattformen stellen die benötigten Unternehmensinhalte, wie Grafiken, Textbausteine zu Unternehmenshistorie und Finanzberichten oder Metadaten im gewohnten Arbeitsumfeld zur Verfügung. Über Schnittstellen zu beispielsweise Microsoft Office, Google Workspace oder Salesforce können die Berater die Inhalte direkt abrufen und anwenden. Nicht nur die langwierige Suche entfällt, sondern durch die zentrale Verwaltung und Verteilung der Inhalte ist darüber hinaus eine Übereinstimmung mit den aktuellsten Compliance- und Branding-Richtlinien immer gegeben. Letztlich haben die Beraterin und der Berater mehr Ressourcen für fachlich wichtige Aufgaben, wie die inhaltliche Ausgestaltung der Dokumente – und der Kunde profitiert durch qualitativ hochwertige Ergebnisse.

Bereits heute ist das hybride Arbeitsmodell in vielen Unternehmen Gang und Gäbe. Um nicht als Verlierer der neuen Arbeitswelt hervorzugehen, müssen Unternehmen also rechtzeitig in konsolidierte Technologien und ihren Business Enablement Tech Stack investieren. Dadurch wird langfristig die wichtige Flexibilität garantiert, so wie Mitarbeiterzufriedenheit und Effizienz erhöht. Die Kundenloyalität ist dann ein regelrechter Selbstläufer.


Jan Mechtel, Templafy
Jan Mechtel ist Co-Founder By Acquisition und Geschäftsführer Deutschland bei der Content Enablement Plattform Templafy. Nach seinem Master-Studium in Finance an der ESCP Business School Berlin und erfolgreichen Stationen bei Ableton und McKinsey, gründete Jan 2010 das Berliner Software-Startup Veodin (HTGF finanziert). Als Managing Director leitete Jan 8 Jahre lang und bis zum erfolgreichen Exit an Templafy die Geschicke der Powerpoint-Experten. Mit der Übernahme wechselte das gesamte Veodin-Team inklusive Jan 2018 zu Templafy, wo er seitdem an Templafy’s Produkt mitentwickelt und die Strategie für den deutschsprachigen Raum umsetzt.