Boutique im Konzernmantel: Inhouse-Beratung – Das Beste aus zwei Welten?

Wie groß kann klein sein? Inhouse-Beratungen haben oft nur rund 100 Beschäftigte, verfügen aber über eine Konzerninfrastruktur

Wie groß kann klein sein? Inhouse-Beratungen haben oft nur rund 100 Beschäftigte, verfügen aber über eine Konzerninfrastruktur

Elisabeth Remm von thyssenkrupp Management Consulting (TKMC) über die Vorteile kleinerer Beratungen

Kleinere Beratung haben ebenso wie große Consultancies typische Vor- und Nachteile was Agilität, Benefits, Bezahlung angeht. Doch wie sieht das eigentlich bei Inhouse-Beratungen aus, die zwar oft weniger als hundert Mitarbeiter haben, aber durch Einbindung in einen Konzern ganz andere Möglichkeiten und eine völlig andere Infrastruktur besitzen? junior //consultant hat nachgefragt bei Elisabeth Remm von thyssenkrupp Management Consulting.

Frau Remm, ich konfrontiere Sie nun mit typischen Aussagen über kleinere Beratungen, wie wir sie selbst bei Gesprächen mit Studenten gehört haben oder wie man sie auch in einschlägigen Foren findet, in denen – oft mit harten Bandagen – die Vorteile und Nachteile von einzelnen Beratungen diskutiert werden. Könnten Sie bitte aus der Sicht von TKMC dazu Stellung nehmen?

Gerne. Legen Sie los! Ich bin gespannt.

„Das gute Klima und den Spaß, den man in kleineren Beratungen hat, werden direkt vom Gehalt abgezogen.”

Nicht bei uns! Ich verrate Ihnen keine genauen Zahlen, aber unsere Gehälter orientieren sich an unseren externen Wettbewerbern und bieten somit eine sehr attraktive Vergütung – auch oder gerade trotz dessen, dass wir eine kleine Beratung sind.

„Die Benefits bei großen Beratungen sind viel umfangreicher. Kleine Boutiquen bieten zum Beispiel keine Kinderbetreuung an.”

Dies trifft sicherlich auf einige kleine Boutiquen zu. Dadurch, dass wir als interne Beratung zum Großunternehmen thyssenkrupp gehören, profitieren wir von etlichen unternehmensweiten Benefits und können unseren Mitarbeitenden eine recht große Bandbreite an unterschiedlichsten Angeboten offerieren. Dazu gehören auch Eltern-Kind-Büros und der konzerneigene Kindergarten, sowie Vergünstigungen unter anderem in den Bereichen Mode, Lifestyle, Reisen und Auto.

Seitens thyssenkrupp Management Consulting bieten wir als Benefit zum Beispiel einen vierwöchigen unbezahlten Leave neben den regulären 30 Tagen Urlaub an, wenn man einfach mal die Seele baumeln lassen und sich eine kleine Auszeit gönnen möchte. Wer hingegen akademisch noch einen „on top“ setzen möchte und einen MBA oder eine Promotion anstrebt, kann auch hierfür einen zwölf- bis 24-monatigen Leave nehmen. Hinzu kommen die Nutzung unseres internen Mobilitätsangebots, welches wir jedem TKMCler anbieten, sowie eine vielseitige Trainingslandschaft und Mentoring-Angebote.

„In kleineren Beratungen kann man viel schneller Verantwortung übernehmen und aufsteigen.”

Der größte Vorteil einer kleinen internen Beratung liegt meiner Meinung nach darin, dass man als Berater nur in einem Unternehmen unterwegs ist und die Kunden gleichzeitig unsere Kollegen sind. Beide Seiten haben das gleiche Ziel und mit der Zeit kennt man sich untereinander, baut ein Netzwerk auf und die Kunden wissen, was der- oder diejenige leisten kann. Wenn man diese Ausgangsbasis hat, ist es in jedem Falle leichter, als wenn man immer wieder mit neuen Teammitgliedern zusammenarbeiten muss, wie es in großen externen Beratungen häufiger der Fall ist.


Die Entscheidungswege sind kürzer, denn bei uns kennt jeder jeden – dies macht es in jedem Falle leichter und schneller, bestimmte Entscheidungen zu treffen

Elisabeth Remm, Expert Talent Acquisition bei thyssenkrupp Management Consulting


„Kleinere Beratungen sind agiler, weil die Entscheidungswege kürzer sind.”

Das stimmt! Bei uns kennt jeder jeden – dies macht es in jedem Falle leichter und schneller, bestimmte Entscheidungen zu treffen beziehungsweise die richtige Ansprechperson dafür zu erreichen. Nichtsdestotrotz läuft auch bei uns manchmal nicht nur eine Abstimmungsrunde. Dies ist sehr stark davon abhängig, wie wichtig und priorisiert das jeweilige Thema ist und wie viele die Entscheidung betreffen. Bei uns kann jeder Ideen und Vorschläge einbringen, die ernst genommen werden und nicht im Sande verlaufen.

„Die Freiheiten sind geringer. Man kann zum Beispiel kein Sabbatical machen, weil die dünnere Personaldecke das nicht ohne weiteres auffangen kann.”

Diese Aussage ist nicht ganz von der Hand zu weisen. In größeren Beratungen ist es sicherlich leichter, eine längere Auszeit zu nehmen und die jeweiligen Aufgaben einfach umzuverteilen. Wir würden hierbei aktuell an unsere Kapazitätsgrenze kommen, sodass wir momentan „nur“ einen vierwöchigen Leave anbieten können.

Demgegenüber haben wir als kleine interne Beratung aber andere Freiheiten, wovon wir profitieren: Wie etwa, dass wir mit thyssenkrupp eine verhältnismäßig große Unternehmensvielfalt geboten bekommen und es jedem Kollegen ermöglichen können, die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche von thyssenkrupp kennenzulernen, um für sich herauszufinden, welcher Bereich oder welche Funktion am besten zu einem passt. Oder die bereits angesprochenen kürzeren Entscheidungswege: Hier sind wir im Vergleich zu größeren Beratungen flexibler und schneller unterwegs.

Zudem können wir es uns erlauben, bei jedem TKMCler auf die Persönlichkeit und die Individualität zu achten: Uns ist es wichtig, dass wir als Gesamt-TKMC zueinanderpassen und ein harmonisches Team vieler verschiedener Persönlichkeiten sind, die auf ein wertschätzendes Miteinander Wert legen und nicht primär eine Ellenbogen-Strategie verfolgen.


Elisabeth Remm ist Expert Talent Acquisition bei thyssenkrupp Management ConsultingElisabeth Remm, TKMC
Elisabeth Remm ist Expert Talent Acquisition bei thyssenkrupp Management Consulting. Nach dem Bachelor in Pädagogik an der JMU Würzburg und parallel zum Master in Erwachsenen- und Weiterbildung an der Uni Duisburg-Essen, schloß sie sich im Juni 2015 TKMC an.