
Consulting-Honorare 2025: Erste Rückgänge nach Jahren stabiler Preise
Die Tagessätze in der Beratungsbranche sind 2025 erstmals seit Jahren leicht gesunken. Der durchschnittlich kalkulierte Tagessatz ging um zwei Prozent zurück, während knapp die Hälfte der Beratungsunternehmen ihre Honorare unverändert ließ. Das zeigt die aktuelle Studie „Honorare im Consulting 2025“ des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen BDU.
Konjunktur und Unsicherheit belasten den Markt
Nach Jahren steigender oder stabiler Preise erleben viele Marktteilnehmer nun einen Rückgang. „Hierfür sind vielfältige Faktoren verantwortlich“, erklärt Dr. Bernhard Braunmüller, Vizepräsident des BDU. „Eine seit Jahren schwache Konjunktur, verhaltene Investitionen und substanzielle geopolitische Unsicherheiten belasten die Honorare im Markt.“
Besonders stark betroffen ist die IT-Beratung mit einem Minus von drei Prozent. Organisations- und HR-Beratungen verzeichnen einen leichten Rückgang von einem Prozent. Die Strategieberatung hingegen konnte als einzige Disziplin ihre Honorare leicht steigern – um zwei Prozent.
Tagessätze nach Karrierestufen
Der durchschnittlich fakturierte Tagessatz liegt 2025 bei 1.300 Euro. Ein Geschäftsführer oder Partner berechnet im Durchschnitt 1.600 Euro pro Tag, ein Analyst 700 Euro.
KI noch ohne großen Einfluss auf Honorare
Künstliche Intelligenz hat aktuell bei 66 Prozent der befragten Beratungen noch keinen nennenswerten Einfluss auf die Honorarkalkulation. Nur ein Prozent berichtet von steigenden Honoraren durch KI. Knapp 40 Prozent dieser Beratungen erwarten jedoch, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.
„Wie genau zukünftige kommerzielle Modelle im Lichte von KI aussehen werden – also wie man einen fairen Umgang mit Effizienzgewinnen zwischen Kunden und den in KI investierenden Beratungen gestaltet – wird sich noch zeigen müssen“, betont Braunmüller.
Reise- und Nebenkosten: Große Unterschiede je nach Unternehmensgröße
54 Prozent der Beratungen rechnen Reisezeiten nicht separat ab, sondern integrieren sie in den Tagessatz. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Größe der Beratung: Während 60 Prozent der kleineren Beratungen mit Einzelnachweisen arbeiten, setzen 38 Prozent der großen Beratungen auf pauschale oder integrierte Modelle. Der durchschnittliche pauschale Reisekostenaufschlag beträgt 190 Euro.
Auch bei Nebenkosten dominiert das integrierte Modell: 57 Prozent der Beratungen bilden diese direkt im Tagessatz ab. Bei kleinen Beratungen arbeiten 36 Prozent mit Einzelnachweisen. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt der Anteil integrierter Modelle.
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zählt der BDU weltweit zu den drei führenden Wirtschafts- und Berufsverbänden der Consultingwirtschaft.