Beratung für die Energiewirtschaft: Florian Kraus von UTILITY PARTNERS im Interview

Florian Kraus von UTILITY PARTNERS

Florian Kraus von UTILITY PARTNERS

“Die Energieversorgung ist eine existenziell wichtige Branche, ohne die kaum ein anderer Wirtschaftszweig überlebensfähig ist”

Florian Kraus ist Geschäftsführer von UTILITY PARTNERS, einer auf die Energiewirtschaft spezialisierter Beratung. Im Interview berichtet er von seiner Begeisterung für die Energieversorgung, seinem Job und den konkreten Projekten – und welche MitarbeiterInnen der ehemalige Werkstudent dabei gerne an seiner Seite hat.

Womit befasst sich UTILITY PARTNERS? 

UTILITY PARTNERS hat einen klaren Fokus auf die Energiewirtschaft in Deutschland und ist damit aus meiner Sicht eine klassische Fachberatung. Das bedeutet, dass wir nicht das gesamte Spektrum an Branchen abdecken – dafür aber in unserem Gebiet nur wenige Wettbewerber auf Augenhöhe vorfinden. Unsere Kunden sehen das offenbar auch so, denn mit den allermeisten von ihnen arbeiten wir seit Jahren vertrauensvoll zusammen.

Wer sind Ihre Kunden?

Unsere Ansprechpartner auf Kundenseite sind typischerweise im mittleren Management bei den großen Energieversorgungsunternehmen beschäftigt. Die Herausforderungen, denen sie sich dort stellen müssen, sind oft klar umsetzungsorientiert. Typische Fragestellungen sind dabei:
– Wie kann ich die Unternehmensstrategie in meinem Bereich umsetzen?
– Was können wir tun, um Prozesse zu optimieren und Ressourcen zu schonen?
– Wie kann uns IT helfen, noch effizienter zu agieren?
– Wie stelle ich meinen Bereich organisatorisch optimal auf?

Zusätzlich gibt es in der Energiewirtschaft einen dominanten Einfluss von Regulierungsbehörden. Von dort kommen regelmäßig neue „Spielregeln“, die erheblich auf die genannten Fragestellungen einwirken. Dieser Effekt ist so stark, dass generalistische Beratungskonzepte an ihre Grenzen kommen – hier schlägt dann die Stunde der Fachberater: Wir kennen diese „Spielregeln“ aus dem Effeff und sind damit in der Lage unsere Kunden umfassend in den genannten Fragen zu unterstützen.


Wertschöpfungsstufen des Beratungshauses UTILITY PARTNERS GmbH

Wertschöpfungsstufen des Beratungshauses UTILITY PARTNERS GmbH


Was ist ein typisches Projekt? 

Ich glaube, dass es typisch für Fachberatungen ist, dass man nicht mit „fertigen Lösungen“ auf die Kunden zugeht. Die erste und wichtigste Aufgabe in unserem Beruf ist: gut zuhören und verstehen, wo das Problem liegt. Uns gegenüber sitzen kompetente Fachleute, die sicher schon den ein oder anderen Lösungsansatz versucht haben. Oft sind also eher „Sonderanfertigungen“ als „Konzepte von der Stange“ gefragt.

Das „PARTNERS“ in unserem Unternehmenstitel ist daher übrigens kein Zufall: Wir erarbeiten mit unseren Kunden gemeinsam die beste Lösung und unsere Mitarbeiter unterstützen sich dabei gegenseitig. Diese für Beratungen nicht ganz selbstverständliche Kollegialität und Hilfsbereitschaft zeichnet UTILITY PARTNERS ganz besonders aus.

Könnten Sie einmal ein Beispiel für ein Projekt nennen?

Ein wichtiges Beratungsthema war in den letzten Jahren das „Smart Metering“, also die flächendeckende Einführung von modernen Messgeräten für Strom und Gas. Zunächst gab es mit einem Gesetz einen äußeren Impuls auf die Branche. Die Auswirkungen dieses Gesetzes haben Branchenverbände konkretisiert und umfangreiche „Spielregeln“ geschaffen, die dann in allen deutschen Energieversorgungsunternehmen umgesetzt werden müssen. Dieser Ablauf ist in der regulierten Energiewirtschaft zu einem Muster geworden.

Werden Projekte  auch in der Umsetzung begleitet? Und wie lange dauern Projekte normalerweise?

Wir helfen unseren Kunden dabei, die zuvor genannten Herausforderungen zu bewältigen. Dabei sind wir (fast) immer auch entscheidend in die Umsetzung involviert, was zu relativ langen Projektlaufzeiten von ein paar Monaten bis zu mehreren Jahren führen kann.


Ich bin mit Leib und Seele Volkswirt, daher interessieren mich immer die strukturellen Zusammenhänge und das „große Bild“

Florian Kraus, UTILITY PARTNERS


Was hat Sie an der Energiewirtschaft gereizt? 

Ich bin mit Leib und Seele Volkswirt, daher interessiere ich mich schon immer für die strukturellen Zusammenhänge und das „große Bild“, das man erst erkennt, wenn man ein paar Schritte von der Leinwand zurücktritt. Wenn Sie das im übertragenen Sinne mit der Gesamtökonomie industrialisierter Volkswirtschaften tun, sehen Sie, dass die Energieversorgung eine existenziell wichtige Branche ist. Ohne eine verlässliche Energieversorgung ist kaum ein anderer Wirtschaftszweig überlebensfähig. Oder bildlich gesprochen: Wenn man die Gesamtwirtschaft mit dem menschlichen Organismus vergleicht, ist die Energieversorgung Herz und Blutkreislauf in einem.

Warum sind Sie dann nicht in die Industrie gegangen, sondern haben für das Consulting entschieden? 

Nachdem die Fachrichtung für mich klar war, habe ich mir die Frage gestellt, wie ich möglichst viel von dieser Branche kennenlernen kann. Da die Energiewirtschaft sehr viele branchenspezifische Eigenheiten aufweist, war schnell klar, dass man die „Umrundung aller Themen“ nicht schafft, wenn man nur alle vier Jahre den festen Job wechselt. Einen schnelleren Takt und damit eine steilere Lernkurve versprach da die Beratung. Aus heutiger Sicht, nach elf Jahren im Unternehmen, ist diese Idee recht gut aufgegangen.

Einem jungen Menschen würde ich ohnehin fast immer zu einem Start bei einer Beratung raten: sich auf die erforderliche räumliche, inhaltliche und persönliche Flexibilität einstellen zu müssen ist für viele Hochschulabsolventen, auch bei uns im Unternehmen, ein ganz entscheidender Schritt im beruflichen Werdegang. Die klare Ausrichtung der eigenen Tätigkeit auf ihre Wirksamkeit, das Zerlegen komplexer Sachverhalte in Teilaufgaben und Zwischenziele – das sind Fähigkeiten, die jeden Einzelnen auch außerhalb des Büros weiterbringen.


Für uns als Fachberatung ist der fachliche Kontakt zum Kunden erfolgskritisch, daher ist es auch in der Geschäftsführung selbstverständlich, selbst in Kundenprojekten aktiv zu sein

Florian Kraus, UTILITY PARTNERS


Sie sind selbst als Werkstudent eingestiegen und mittlerweile Geschäftsführer. Meist ist es ja so, dass je höher man steht, desto mehr geht es um Geld und Umsatz. Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie eigentlich noch Berater oder eher Manager?

Meine Kollegen und ich sind vermutlich immer ein bisschen von beidem, die Anteile variieren jedoch, je nach persönlichen Stärken und Interessen.

Bei UTILITY PARTNERS gibt es im Wesentlichen drei unterschiedliche Rollen: Consultants im Projektgeschäft, für Mitarbeiterführung und Kundenbetreuung zuständige Partner und die Geschäftsführung, die sich um zentrale Themen wie Unternehmensentwicklung und -steuerung kümmert. Übernimmt ein Kollege eine neue Rolle, verdrängen die dann zusätzlichen Tätigkeiten ein Stück weit die eigene Tätigkeit in Beratungsprojekten, jedoch nie zu hundert Prozent.

Für uns als Fachberatung ist der fachliche Kontakt zum Kunden erfolgskritisch, daher ist es auch in der Geschäftsführung selbstverständlich, selbst in Kundenprojekten aktiv zu sein. Diese Rolle geht dabei immer über eine reine Steuerungsfunktion hinaus und ist inhaltlich geprägt, so stellen wir sicher, dass wir von neuen Herausforderungen und Trends aus erster Hand erfahren. Abgesehen davon, dass dieses Vorgehen fachlich begründet ist, macht mir die Arbeit im Kundenumfeld übrigens auch immer noch großen Spaß.

Was ist für Sie das Besondere und Schöne an Ihrem Job?

Das Beste sind sicherlich die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet. Beratung begleitet ja fast immer größere Veränderungen. Die meisten Unternehmen setzen ihre besten Mitarbeiter für diese anspruchsvollen Tätigkeiten ein, um sicherzustellen, dass diese oft erfolgskritischen Vorhaben gelingen. Und so entsteht über die Jahre ein Netzwerk aus spannenden Persönlichkeiten, die alle eines gemeinsam haben: Sie haben etwas in ihrem Berufsleben bewegt.

Genauso schön ist es aber zu sehen, wie sich Mitarbeiter in unserem Unternehmen entwickeln. Dafür sorgt die Zugewandtheit bei der Mitarbeiterführung – also unter anderem echtes Interesse und offenes Feedback. Und sicherlich auch die große Flexibilität, die wir bezüglich der Mitarbeiterentwicklung als mittelständisches Unternehmen haben. Was daraus resultiert sind unglaublich steile Lernkurven – das begeistert mich jedes Mal aufs Neue.

Ich selbst hatte das Glück, immer die richtigen Menschen um mich zu haben – dafür bin ich sehr dankbar. Heute habe ich, auch dank dieser Weggefährten, einen relativ klaren Blick auf die Position, die ich übernommen habe. Das Wichtigste für mich ist es, der damit einhergehenden Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Kunden gerecht zu werden.


UTILITY PARTNERS ist als Fachberatung sehr interessiert daran, Mitarbeiter möglichst lange an sich zu binden

Florian Kraus, UTILITY PARTNERS


Wie erleben und gestalten Sie UTILITY PARTNERS als Arbeitgeber

Auch wenn Beratungen für viele Arbeitnehmer als eine geeignete erste berufliche Station auf Zeit gesehen werden, ist UTILITY PARTNERS als Fachberatung sehr interessiert daran, Mitarbeiter möglichst lange an sich zu binden. Da wir uns in Deutschland generell und in der Energiewirtschaft im Speziellen in einer Situation befinden, die durch den Wettbewerb um die besten Arbeitnehmer geprägt ist, ist das Stichwort Retention ein absoluter Schwerpunkt meiner Tätigkeit als Geschäftsführer. Daher arbeiten wir stets an Maßnahmen, dessen vorderstes Ziel es ist, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen.

Was bietet das Unternehmen in dieser Hinsicht?

Ich will Ihnen ein paar konkrete Beispiele nennen:
Erstens: Wir sorgen für eine solide Einarbeitung in die projektrelevanten Themen. Unser Ziel ist es, dass auch unerfahrenere Kollegen dem Kunden mit einem guten Gefühl gegenübertreten können.

Zweitens: Im Vordergrund steht die persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter. Daher ermöglichen wir Weiterbildungen, die sie tatsächlich voranbringen – auch wenn persönliche Coachings, Stimmtrainings und Mediationsfähigkeiten vordergründig nicht mit unseren Beratungsschwerpunkten korrespondieren.

Drittens: Die Arbeitszeiten sind grundsätzlich flexibel und wo immer möglich, versuchen wir, in Absprache mit unseren Kunden die Reisetätigkeit unserer Mitarbeiter auf ein effizientes Maß zu beschränken. Darüber hinaus ermöglichen wir Teilzeitarbeitsmodelle. All das mit dem Ziel, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem zu unterstützen.

Und natürlich beginnt der Wettbewerb um die besten Arbeitnehmer bereits vor der Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag. Als einer der ersten in der Branche haben die Anforderung von Bewerbungsanschreiben gekippt: Wir sprechen lieber mit unseren Bewerbern als umfangreiche Dokumente auszutauschen.

Können Sie für uns das Profil eines Wunschbewerbers skizzieren? Und was würden Sie so einem Kandidaten erzählen/bieten, damit er/sie sich für UTILITY PARTNERS entscheidet?

Zu dieser Frage könnten wir sicher auch stundenlang sprechen, aber meiner Erfahrung nach sind es im Kern zwei Punkte: ein ausgeprägtes Interesse an der Energiewirtschaft und vor allem eine hohe Problemlösungskompetenz. Wenn Sie Herausforderungen sehen, ohne explizit danach zu suchen und nicht zufrieden sind, bis Sie eine wirklich passende Lösung gefunden haben – dann sollten wir sprechen.


Florian KrausFlorian Kraus, UTILITY PARTNERS
Florian Kraus (M.A. Economics) hat Volkswirtschaftslehre im In- und Ausland studiert.
Er ist seit über zehn Jahren in der Energiewirtschaft tätig und seit zwei Jahren Geschäftsführer des Beratungshauses UTILITY PARTNERS GmbH (zum LinkedIn-Profil)
Florian Kraus ist 36 Jahre alt und lebt in Oldenburg in Niedersachsen.