Karrierepfade nutzen – eigene Wege gehen

"Build your own Bain" Erfahrungsbericht Susann Bäck Managerin internationalen Managementberatung Bain & Company

“Build your own Bain”: Ein Erfahrungsbericht von Susann Bäck

“Build your own Bain” – Susann Bäcks Karriere bei Bain & Company

Wo sehen Sie sich in fünf bis zehn Jahren? Auf diese beliebte Recruiterfrage hätte Susann Bäck als Absolventin eine selbstbewusste und optimistische Antwort gehabt. Mitterweile 33-jährig, sieht die Managerin der internationalen Managementberatung Bain & Company ihre Wünsche und Erwartungen erfüllt – und ist davon selbst ein wenig überrascht. Wie das Credo des Beratungshauses “Build your own Bain” dazu beigetragen hat, berichtet sie in ihrem Erfahrungsbericht.

Bedeutende Strategie- und Transformationsprojekte vorantreiben. Auf Augenhöhe mit erfahrenen Entscheidern und Unternehmenslenkern diskutieren. Verantwortung für ein Team übernehmen, die eigenen Mitarbeiter coachen und kontinuierlich weiterentwickeln. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Freiräume für Privatleben und Familie haben. Während meines BWL-Studiums hatte ich eine ungefähre Vorstellung davon, was ich in einigen Jahren erreicht haben möchte. Gleichzeitig war mir bewusst, dass ich in der Realität wahrscheinlich einige Kompromisse schließen müsste. Dass ich heute all das vereinen kann, hätte ich nicht erwartet.

Wie sah also mein Weg vom BWL-Studium zur Managerin bei Bain & Company konkret aus? Verschiedene Praktika und Workshops während des Studiums haben mein Interesse am Beraterberuf geweckt. Mir gefiel die Möglichkeit, in den ersten Jahren als Beraterin für Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen zu arbeiten – von Finanzdienstleistern über Industrieunternehmen bis hin zu Konsumgüterproduzenten. Die Aufgaben waren immer herausfordernd und ich konnte weltweit Kontakte knüpfen. All das hat mich früh davon überzeugt, dass dieser Karriereweg der Richtige für mich sein wird.

Bei Bain habe ich 2007 als Associate Consultant angefangen. Mit der Zeit habe ich immer mehr Verantwortung sowie anspruchsvollere Aufgaben in unseren Kundenprojekten übernommen und dann auch größere Teams geführt. Heute, mehr als sieben Jahre später, bin ich als Managerin für Teams von bis zu fünf Beratern verantwortlich. Thematisch habe ich mich auf Industriegüterhersteller und -dienstleister, Telekommunikationsunternehmen sowie große Organisations- und Transformationsprogramme spezialisiert.

In meinen Projekten geht es oftmals darum, weitreichende Veränderungen in den Unternehmen anzustoßen. So habe ich zum Beispiel bei der Integration zweier globaler Hightech-Unternehmen die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie und Produktpalette unterstützt. Gemeinsam mit der Führungsmannschaft eines global agierenden Logistikkonzerns habe ich zuletzt die Entwicklung und Einführung einer einheitlichen Organisationsstruktur begleitet, die die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert.


“Den gestiegenen Frauenanteil in der Beratung empfinde ich als große Bereicherung – bei Bain ist mittlerweile jeder dritte Neueinsteiger weiblich.”

Susann Bäck, Bain & Company


Die Teamdynamik ist bei so tiefgreifenden Transformationsprojekten enorm wichtig und muss stimmen. Die richtigen Ergebnisse zu liefern, ist ein Teil der Arbeit. Genauso wichtig ist es aber, ein Gefühl für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu entwickeln. Das bedeutet nah am Kunden zu sein, auch bei schwierigen Themen den richtigen Ton zu treffen, und immer ein offenes Ohr zu haben – auch wenn es mal nicht um die Arbeit geht.

Als Berater braucht man ein gewisses Gespür für Menschen und Feingefühl in der Kommunikation. Oft sind es gerade meine Kolleginnen und ich, die hier ihre Stärken voll ausspielen können – und damit manchmal einen gewissen Vorteil gegenüber den männlichen Kollegen haben.

Ich halte es deshalb für unverzichtbar, neben einer Vielfalt an fachlichen Hintergründen auch verschiedene Charaktere in meinem Team zu haben, die sich, ihre Persönlichkeit und ihre Ideen einbringen. Dass der Frauenanteil in der Beratung in den letzten Jahren spürbar angestiegen ist, empfinde ich als sehr bereichernd. Die Hälfte der Praktikanten in unseren Case-Teams sind Studentinnen. Ein gutes Drittel aller Neueinsteiger bei Bain ist weiblich, Tendenz weiter steigend. Erst durch Vielfalt und Diversität wird das Team – und das Projekt – lebendig.

Die Abwechslung durch die verschiedensten Kundenprojekte, der konstant hohe intellektuelle Anspruch, aber auch der Spaß im Projektalltag, und nicht zuletzt die Möglichkeit mit tollen Kollegen zusammenzuarbeiten – all das sind Gründe, warum ich der Beratungsbranche auch in Zukunft treu bleiben möchte. Wichtig ist mir, meine Karriere- und Lebensplanung wo immer möglich nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Gerade durch die Flexibilität der Projektarbeit ist die Beratung für mich persönlich eine der besten Optionen, um meinen Beruf, mein Privatleben und meine Familie gut miteinander zu vereinbaren. Ich habe jederzeit die Möglichkeit nach einem Projekt zu pausieren, einen sogenannten Leave zu nehmen.

Schon bevor mein Sohn zur Welt kam, konnte ich auch interne Projekte leiten oder in Teilzeit arbeiten. Es gibt bei Bain durchaus Möglichkeiten, auch mit reduzierter Arbeitszeit oder ohne Reisetätigkeit an spannenden Themen und Projekten zu arbeiten.


“Die Freiräume nutzen, die der Job bietet: Ich habe eine Auszeit im Kloster genommen und bin mit meinem Mann zwei Monate um die Welt gereist.”

Susann Bäck


Zeit ist in der Beratung eine Dimension, die man zu gestalten wissen muss. In meinen Kundenprojekten kommen lange, stressige Arbeitstage durchaus vor – genauso wie in jedem anspruchsvollen Job in einem internationalen Unternehmen. Deshalb nutze ich umso mehr die Freiräume, die sich in anderen Phasen bieten, um mein Privatleben nach meinen Wünschen zu gestalten. So habe ich zwei Jahre nach meinem Einstieg bei Bain eine Auszeit genommen, in der ich mich mehrere Monate voll und ganz auf persönliche Dinge konzentrieren konnte.

Im Rahmen eines sogenannten “Experience Tracks” habe ich eine Auszeit im Kloster genommen, die ich mit individuellen Weiterbildungen verbunden habe. Als Projektleiterin bin ich zusammen mit meinem Mann zwei Monate rund um die Welt gereist, um danach im Job wieder voll durchzustarten. Auch um einen MBA zu absolvieren, zu promovieren oder etwas ganz Anderes auszuprobieren – wie zum Beispiel ein eigenes Start-up zu gründen – lassen sich solche Auszeiten nutzen.

“Build your own Bain”: Mit dieser Aufforderung, meine Karriere individuell zu gestalten, wurde ich bereits bei meinem Einstieg in die Unternehmensberatung konfrontiert. Ich habe über die Jahre mein eigenes Modell gefunden, mit dem ich eine anspruchsvolle Karriere und ein erfülltes Privatleben verbinden kann, und dabei meine Stärken und meinen Tatendrang auslebe. Das ist für mich der Schlüssel, um die Herausforderungen einer erfolgreichen Karriere zu meistern.


Susann Bäck Bain & Company

Autorin: Susann Bäck, Bain & Company

Susann Bäck ist Managerin bei der internationalen Managementberatung Bain & Company. Zu ihren Kunden zählen überwiegend Industriegüterhersteller und -dienstleister sowie Telekommunikationsunternehmen. Die 33-Jährige verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Transformations- und Organisationsprojekten sowie Restrukturierungsprogrammen. Bäck ist diplomierte Kauffrau und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert.Zudem besitzt sie einen Honors Degree in Technology Management der Technischen Universität München. Susann Bäck ist verheiratet und Mutter eines Sohnes.