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    Beratung (nicht) ohne Wissenschaft

    Beratung (nicht) ohne Wissenschaft
    Beratung (nicht) ohne Wissenschaft

    Ein Expertenbeitrag  von Prof. Dr. Heidi Möller

    Durch immer komplexere Arbeitsstrukturen in unserer Gesellschaft steigt der Beratungsbedarf von Organisationen. Dabei legen Unternehmen noch zu wenig Wert auf die methodische Absicherung der Consultingleistungen. Warum und wie das die Universität Kassel ändern will, berichtet Prof. Dr. Heidi Möller.

    Der Beratungsbedarf in Organisationen steigt. Gründe dafür sind laut Fachautor Stefan Kühl unter anderem, dass Unternehmen  komplexer werden und die Entscheidungsanforderungen nicht zu bewältigen erscheinen. Weitere Faktoren dafür, dass immer häufiger Beratungsleistungen in Anspruch genommen werden, sind die Trennung zwischen Eigentum und Führung von Unternehmen, die Tempoverschärfung, der technologische Fortschritt, die Entgrenzung der Arbeitswelt und die Globalisierung mit den einhergehenden Anforderungen und Krisen.

    All diese strukturellen Veränderungen haben zur Folge, dass sich das Verhältnis von Erwerbstätigkeit und Privatsphäre verändert. Arbeitskraftunternehmern (auch Angestellte verstehen sich als Unternehmer ihrer eigenen Arbeitskraft) wird immer mehr Flexibilität und Mobilität abverlangt. Die zeitliche und räumliche Entgrenzung von Arbeit hat zur Folge, dass sie nicht mehr an einen festen Ort gekoppelt ist und über neue Arbeitszeitmodelle nachgedacht wird. In diesem Bereich bieten sich Arbeitnehmern viele neue Möglichkeiten, zum Beispiel die Telearbeit. Diese bergen aber auch Gefahren. Dadurch, dass Mitarbeiter nun ständig erreichbar sind, hat die Arbeit starken Einfluss auf die Privatsphäre.

    Zudem befinden sich viele junge Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, haben befristete Verträge oder sind projektabhängig beschäftigt, was eine hohe Belastung und wenig Planbarkeit der beruflichen Karriere mit sich bringt. Auch Führungskräften im mittleren Management wird weit mehr abverlangt, als es noch vor 20 Jahren der Fall war. Sie sollen heute über den eigenen Bereich von Zuständigkeit und Kompetenz hinausschauen und stets an das Gesamtinteresse des Unternehmens denken. Um Wettbewerbsvorteile zu sichern, müssen sie Innovationen ermöglichen und dazu dezentrale Wissens- und Lernprozesse gestalten. Nachhaltigkeit, Kommunikation und Beziehungsmanagement, Verstehen und Verständnis erzeugen, Sinn stiften und Nutzen verdeutlichen gehören neben der fachlichen Expertise zu den zentralen Rollenelementen einer Führungskraft.

    Zudem wird Networking immer bedeutsamer. Führungskräfte müssen den Wandel und die Kontinuität so dosieren, dass ihre Mitarbeiter den Anforderungen standhalten und nicht ausbrennen. Außerdem sollen sie einen balancierenden Umgang mit Unsicherheiten und mehrdeutigen Situationen, Konfliktmanagement und die Förderung einer Feedback- und Streitkultur lernen. Dazu müssen sie die Emotionen ihrer Mitarbeiter erkennen, akzeptieren und nutzen. Auch gilt es Widerstand, der zu den ständigen Veränderungsprozessen gehört, zu nutzen, als Kommunikationsangebot zu verstehen und als Mittel zur Identitätssicherung der Mitarbeiter zu betrachten. Dazu müssen sich die Führungskräfte ihrer Wirkung bewusst sein, eigene Gefühle wahrnehmen und konstruktiv vermitteln. Selbstführung, -steuerung und -verantwortung sind die neuen Herausforderungen.

    Aufgrund all dieser Veränderungen in der Arbeitsstruktur benötigen Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, das Gesundheitswesen und der psychosoziale Sektor verstärkt Unterstützung im Bereich der Teamentwicklung, Supervision, Organisationsberatung und im Coaching als einem spezifizierten Beratungsangebot. Das hat zum Ziel, die Effizienz ihrer Arbeit zu steigern, aber auch Antworten auf Fragen der Work-Life-Balance zu geben sowie den Umgang mit Widersprüchen in der postmodernen Arbeitswelt und Themen wie Diversity zu erleichtern. Professionelle Beratung soll zur Selbstreflexion anregen und Handlungsorientierung bieten. Diese gelten als Basis dafür, dass Organisationen weiterhin funktionieren beziehungsweise wachsen und geschädigte Unternehmen wiederhergestellt werden können.  Allerdings lassen die professionellen Standards und die methodische Absicherung von vielen Beratungsleistungen noch deutlich zu wünschen übrig. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Beratung von Organisationen überhaupt als angewandte Wissenschaft zu verstehen ist.

    Experten beurteilen dies unterschiedlich. Für den Soziologen Dirk Baecker beispielsweise sind Forschung und Beratungspraxis geschlossene autonome Systeme und grundverschieden. Ein Blick auf die jeweiligen Ziele und Werte der beiden Systeme mag dies illustrieren: Beratung müsse immer zum Ziel haben, den Klienten und seine Organisation handlungsfähig zu machen oder zu halten.

    Wissenschaft hingegen dürfe sich durchaus eine gewisse Zeit lang im Stadium des Nichtwissens, des Verstörtseins, des Unangenehmseins, des Kritisierens aufhalten. Beratung sei danach oft eine diskrete Dienstleistung, ein “closed-shop“, in dem viel Vertrauensarbeit geleis-tet wird und da störe Forschung oft genug.  Wir Wissenschaftler schlagen dagegen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn wir verfolgen, was alles für teures Geld den Unternehmen angeboten und von diesen gekauft wird. Oft vermissen wir dabei professionelle Standards und eine methodische Absicherung von vielem, was im Beratungssegment angeboten wird. „Vor Eindeutigkeit strotzende Beratungskonzepte“, wie sie der Organisationsberater Michael Scherf bezeichnet, stehen einem deutlichen Mangel an Beratungsforschung gegenüber. Den meisten Unternehmen scheint es jedoch gleichgültig zu sein, ob die jeweiligen Beratungsansätze wissenschaftlich fundiert sind oder nicht.

    Trotzdem wurde von Seiten unterschiedlicher Berufsverbände und auch von Beratern selbst der Ruf nach systematischer Beratungsforschung laut, um im Beratungsdiskurs über das Niveau von praktischen Ratgebern, Texten von der Praxis für die Praxis sowie Fallbeschreibungen hinauszukommen. Als Reaktion darauf hat sich die Universität Kassel dazu entschieden, den Lehrstuhl Theorie und Methodik der Beratung zu implementieren. Dies ist ein innovativer Schritt. Die Beratungswissenschaft hat eine projektförmige Struktur, da sie disziplinäres Wissen aus der Soziologie, Psychologie, Betriebswirtschaft, Pädagogik, Arbeitswissenschaft und Philosophie zusammenführen muss, um theoriegeleitete Beratungsforschung in Zusammenarbeit mit Experten aus der Praxis zu verwirklichen.

    Die Universität setzt dabei folgenden Fokus:

    • Beratung soll als Wissenschaft wissenschaftstheoretisch eingeordnet und erfasst werden.
    • Es ist die Aufgabe der Universität, die Beraterpersönlichkeit in ihrer Entwicklung zu verfolgen und der Frage nachzugehen, wie Beratung lehr- und lernbar ist.
    • Fragen der Qualitätssicherung in organisationalen und personenbezogenen Dienstleistungen sollen geklärt werden.
    • Adäquate Antworten auf Anliegen postmoderner Arbeitswelten sollen gesucht werden.
    • Berater-Kunden-Systeme sollen optimiert werden.

    Heidi Möller, Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Coach, Organisationsberaterin und Supervisorin, ist Professorin für Theorie und Methodik der Beratung an der Universität Kassel und Dekanin des Fachbereichs Humanwissenschaften. Ihr Buch „Beratung in einer ratlosen Arbeitswelt“ erschien 2010 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.

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    Events BDSU // 2026

    BDSU // Arbeitskreistreffen Bremen
    Januar 2026

    BDSU // Frühjahrskongress 2026
    April 2026 // Münster

    Mehr erfahren unter bdsu.de und bdsu-kongress.de

    Events JCNetwork // 2026

    JCNetwork Days // 28. bis 31. Mai 2026 // Magdeburg
    Ausrichter: SIDUM e.V.

    Die JCNetwork Days sind eine Plattform für Erfahrungsaustausch und ein Netzwerk zwischen studentischen und nicht-mehr-studentischen Consultants.
    Alle Infos und Termine unter jcnetwork.de

    Roland Berger // Gap Year Program 2026-2027

    Roland Berger // Gap Year Program 2026-2027 // Start Oktober 2026 // Bewerbungsschluss 22. Februar 2026

    Das Gap Year Program von Roland Berger richtet sich an Bachelorabsolventen und -absolventinnen, die die Zeit zwischen Bachelor- und Masterstudium für praktische Erfahrungen in der Strategieberatung nutzen möchten. Das Programm bietet zwei Optionen: eine sechsmonatige Variante mit zwei Stationen oder eine neunmonatige mit drei Stationen à jeweils zehn Wochen.

    Der erste Baustein umfasst von Oktober bis Dezember 2026 ein Consulting-Praktikum in einem deutschen Roland Berger Büro oder in Wien. Teilnehmende arbeiten als vollwertige Teammitglieder an Projekten zu Performance Improvement, Digitalisierungsstrategien oder Lieferkettenoptimierung.
    Für den zweiten Baustein (Januar bis März 2027) und optional den dritten (April bis Juni 2027) können Teilnehmende zwischen drei Möglichkeiten wählen: einem Auslandspraktikum an internationalen Standorten wie Chicago, Paris oder Shanghai, einem Start-up-Praktikum bei Kooperationspartnern oder einem internen Roland Berger Projekt in den Bereichen Sustainability oder Diversity, Equity & Inclusion.

    Das Programm umfasst regelmäßige Trainings, Networking-Events und die Begleitung durch einen persönlichen Buddy. Bei sehr guter Leistung besteht die Möglichkeit eines direkten Angebots für den Festeinstieg oder die Unterstützung durch das Masterförderungsprogramm.
    Voraussetzungen sind ein Bachelorstudium mit sehr guten akademischen Leistungen, Auslandserfahrung, Praktika mit strategischen Aufgaben sowie fließende Deutsch- und Englischkenntnisse.

    Bewerbungsschluss ist der 22. Februar 2026. Die Bewerbung erfolgt mit Anschreiben und Lebenslauf auf Englisch sowie relevanten Zeugnissen. Im Motivationsschreiben sollen Prioritäten für den zweiten und gegebenenfalls dritten Baustein angegeben werden.

    Mehr Informationen unter rolandberger.com/de/Join/Your-Opportunity/Career-Starter/Gap-Year/

    Webinar McKinsey // Online laufend

    McKinsey on Air – Jeden Monat

    Das McKinsey Webinar für Studierende, Doktorand:innen und Professionals: Was bedeutet es, Beraterin oder Berater bei McKinsey zu sein? Wie sieht eine typische Arbeitswoche aus? Diese und weitere Fragen werden bei McKinsey On Air beantwortet. Jeden Monat gibt es eine andere Edition.

    Nächste Termine:
    27. Januar 2026 // McKinsey on Air – Quantum Black, AI by McKinsey
    Anmeldeschluss ist der 25. Januar 2026

    10. Februar 2026 // McKinsey on Air – Strategy, Corporate Finance & Private Capital
    Anmeldeschluss ist der 8. Februar 2026

    3. März 2026 // McKinsey on Air – Tech Edition
    Anmeldeschluss ist der 1. März 2026

    Alle Termine und Infos zur Anmeldung findest du auf karriere.mckinsey.de/karriere/events-im-uberblick

    McKinsey // Praktikum 2026

    McKinsey // Discover Consulting – Sichere dir dein Praktikum // Bewerbungsschluss 26. Januar 2026

    McKinsey lädt Studierende ein, sich für ein achtwöchiges bis zwölfwöchiges Praktikum 2026 zu bewerben und vorab von einem virtuellen Vorbereitungsprogramm zu profitieren. Teilnehmende lernen den Interviewprozess kennen, erhalten Einblicke in die Beratungsarbeit und können sich mit Beratern austauschen, die selbst über ein Praktikum bei McKinsey eingestiegen sind. Im Praktikum arbeiten die Teilnehmenden als vollwertige Teammitglieder direkt vor Ort beim Klienten an aktuellen Herausforderungen. Dabei können sie zwischen einem generalistischen Praktikum oder einem thematischen Fokus in den Bereichen Digital oder Operations wählen. Das virtuelle Vorbereitungsprogramm bietet vorab Einblicke in das Praktikum und bereitet gezielt auf die Interviews vor. Das Programm richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen ab dem dritten Bachelorsemester sowie an Promovierende und Interessenten, die sich im Gap Year zwischen zwei Studienabschlüssen befinden oder dieses planen.

    Mehr Informationen unter karriere.mckinsey.de/events-im-uberblick/discover-consulting

    BCG // Murnau 25.-27. Februar

    BCG // Einstiegsevent für Frauen: Future in Media // Murnau am Staffelsee, 25. bis 27. Februar 2026

    BCG lädt herausragende abschlussnahe Studentinnen und Doktorandinnen aller Fachrichtungen sowie Young Professionals zu einem dreitägigen Einstiegsevent nach Murnau am Staffelsee ein. Teilnehmerinnen arbeiten in interdisziplinären Teams an einem realen Case zum Thema „Future in Media" für einen echten BCG-Kunden.
    Das Event bietet Einblicke in die Arbeitsweise von BCG und die Möglichkeit, inspirierende BCG-Beraterinnen und -Berater sowie erfahrene Expertinnen und Experten aus der Medienbranche kennenzulernen. Neben der Case-Arbeit steht der Aufbau eines professionellen Netzwerks und das Erleben des Group-Spirits im Fokus. Die Medienwelt verändert sich rasant – das Event zeigt, wie Teilnehmerinnen Teil dieser Entwicklung sein können.
    Das Event richtet sich an abschlussnahe Studentinnen und Doktorandinnen aller Fachrichtungen von allen Hochschulen sowie an weibliche Young Professionals. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2026.

    Mehr Informationen unter bcg-events.de/einstiegsevent

    BCG // Praktikum 2026

    BCG // Women's Intensiveship // Bewerbungsschluss 6. Januar 2026, Start im Frühjahr

    BCG lädt Studentinnen ein, in vier Wochen den Grundstein für eine langfristige Beratungskarriere zu legen. Das Women's Intensiveship bietet erste Erfahrungen als Beraterin, Trainings und Networking-Events sowie die Arbeit in Projektteams. Teilnehmerinnen knüpfen Kontakte zu anderen Teilnehmerinnen und BCG-Expertinnen und -Experten und entwickeln sich fachlich wie persönlich weiter.
    Das Programm basiert auf der BCG-Philosophie, dass Erfolg im Team entsteht. Neben der praktischen Arbeit in Projekten stehen gemeinsames Lernen und der Aufbau eines professionellen Netzwerks im Fokus. Bei gegenseitigem Interesse besteht die Möglichkeit, das Praktikum zu verlängern.
    Das Programm richtet sich an Studentinnen, die Interesse an einer Karriere in der Unternehmensberatung haben. Bewerbungsschluss ist der 6. Januar 2026 für einen Starttermin im Frühjahr.

    Mehr Informationen unter bcg-einstieg.de/womens-intensiveship

    McKinsey // Frankfurt 26.-27. März

    McKinsey // WomEngineering 2026 // Frankfurt, 26. bis 27. März 2026

    McKinsey lädt Frauen zu einem zweitägigen Event nach Frankfurt ein, um die Operations Practice kennenzulernen. Die Veranstaltung findet am 26. und 27. März 2026 statt.

    Das Event richtet sich an Frauen, die sich für operative Beratungsthemen interessieren und McKinseys Operations-Bereich näher kennenlernen möchten. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.

    Mehr Informationen unter mckinsey.com

    McKinsey // Paris 16.-18. April

    McKinsey // Next Generation Women Leaders 2026 // Paris, 16. bis 18. April 2026

    McKinsey lädt Studentinnen, Absolventinnen, Doktorandinnen oder Frauen mit Berufserfahrung aller Fachrichtungen zu einem dreitägigen Event nach Paris ein. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 18. April 2026 statt.

    Das Event bietet die Möglichkeit, McKinsey kennenzulernen, sich mit anderen Teilnehmerinnen zu vernetzen und Einblicke in die Beratungsarbeit zu erhalten. Bewerbungsschluss ist der 23. Februar 2026.

    Mehr Informationen unter karriere.mckinsey.de

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