„Vor großen Namen müssen wir uns nicht verstecken“

Inhouse Consulting bei der Deutsche Post DHL

Inhouse Consulting bei der DHL Consulting

Als größter Logistikkonzern der Welt hat DHL Consulting vielfältige Herausforderungen zu meistern – das gilt auch für die Inhouse Consultants des Unternehmens. Diese beschäftigen sich nicht nur mit Themen zum Postwesen und konzerninternen Fragen. Vielmehr kümmern sie sich um internationale Projekte zu strategischen und operativen Weichenstellungen und pitchen dabei gegen externe Wettbewerber. Marina Haug, bis vor kurzem Consultant bei DHL Consulting, jetzt in die Linie und nach Miami gewechselt, berichtet von den spannenden Aufgaben.

Wer an die „Deutsche Post“ denkt, hat meist das klassische Briefgeschäft innerhalb Deutschlands im Sinn, zum Beispiel den täglichen Zusteller. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass aus dem einstigen Staatsunternehmen längst ein international tätiger Konzern geworden ist – mit rund einer halben Million Mitarbeitern weltweit, Standorten in 220 Ländern, Geschäftsfeldern in allen logistischen Sektoren und Kunden sämtlicher Branchen, vom Privatbürger über mittelständische Firmen bis hin zu den größten Konzernen der Welt. Wenn ein Automobilkonzern Fahrzeugteile „just-in-time“ an die Produktionsbänder liefern oder ein Rohstoffriese Bohrtürme wohlbehalten zu Ölfeldern transportieren möchte – Deutsche Post DHL kümmert sich darum. Pathetisch formuliert: Wir sorgen als größter Logistikkonzern der Welt mit dafür, dass der riesige Warenstrom rund um den Globus nicht versiegt.

Als Inhouse Consultants beraten wir unter anderem bei strategischen Fragestellungen (sowohl auf funktionaler als auch auf divisionaler und regionaler Basis) sowie bei Problemen in der Supply Chain und unterstützen große Geschäftstransformationen. Ein sehr interessantes Projekt handelte zum Beispiel von einem innovativen Key-Account-Management-Konzept, mit dem wir einen neuen, konzernweiten Ansatz zur Betreuung globaler Kunden von Deutsche Post DHL etablieren wollten. Im Kern ging es darum, für die größten Kunden einen zentralen Kontakt zu schaffen – also einen Ansprechpartner, der divisions- und regionsübergreifend für sie zuständig ist. Dieses „One-Face-To-Customer“-Prinzip ist vor allem deshalb wichtig, weil viele der multinationalen Klienten in zahlreichen Ländern unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen – zum Beispiel Expressdienstleistungen in Asien, Speditionsservices in Europa sowie Optimierungen im Lieferkettenmanagement in Südamerika.

Ob Asien, Europa oder Südamerika – viele der multinationalen Klienten in zahlreichen Ländern nehmen Dienstleistungen des Konzerns in Anspruch.

Kreativ seine Kunden erreichen: Spreewald-Postbotin Andrea Bunar steht prototypisch für den gesamten Konzern

Um das Handling beim Kunden zu erleichtern, sollte er sich bei übergreifenden Fragen fortan an einen einzigen Kontakt wenden können, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Diese Kontaktperson ist dafür verantwortlich, sich mit den einzelnen Ansprechpartnern in den Divisionen zusammenzusetzen, um dem Klienten die gewünschte Leistung zukommen zu lassen.

Ein komplexes Projekt: Gemeinsam haben wir eine strategische Kundensegmentierung durchgeführt, ein einheitliches Key-Account-Management entwickelt und den entsprechenden Organisationsrahmen geschaffen. Eine Herausforderung, die strukturiertes Denken, solide Kenntnisse über den Konzern und seine Kunden sowie Diplomatie und Geduld forderte.

Das ist jedoch nur eines von vielen Beispielen. Unsere Projekte sind genauso vielfältig wie die Kunden. Spannend ist für mich stets die Rückmeldung über den Erfolg der Beratungsprojekte. Diese ist durchaus typisch für eine Inhouse Consulting Unit. Was bei uns eher branchenunüblich ist, ist dagegen, dass wir uns auch bei konzerninternen Projekten mit Wettbewerbern messen müssen. Wir pitchen gegen externe Unternehmensberatungen – was manch einen vielleicht abschrecken mag, meiner Meinung nach aber den großen Vorteil hat, dass wir ständig auf der Höhe bleiben und letztlich beweisen, dass wir uns hinter keinem großen Namen der Consulting-Branche verstecken müssen.

Eine weitere Besonderheit bei Deutsche Post DHL ist, dass unser Inhouse Consulting keineswegs nur unternehmensintern berät. Wir übernehmen auch Mandate bei Kunden unseres Konzerns, die wir dann zum Beispiel bei strategischen Herausforderungen in der Gestaltung ihrer Supply Chain unterstützen. Hierzu zählen Aufgaben wie die Zentralisierung von Logistik-aufgaben, Netzwerk-Reorganisationen, Entwicklung neuer Distributionsmodelle und das Aufsetzen von Supply Chains in den sogenannten „Neuen Märkten“. Diese Arbeit verschafft uns Einblicke in andere Industrien und führt zu Wissen und Erfahrungen, die auch die interne Beratung bereichern.

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit meinem Job im Inhouse Consulting bei Deutsche Post DHL. Es gibt nur wenige Konzerne, in denen man es mit solch internationalen Strukturen wie bei uns zu tun hat, die ein Kundenportfolio besitzen, das dem Who-is-who der Wirtschaftswelt gleicht. Zudem haben wir die Möglichkeit, zeitweise in einem anderen der konzernweit vier, quer über den Globus verteilten Inhouse-Consulting-Offices zu arbeiten. Natürlich bietet das Unternehmen auch außerhalb des reinen Beratungsgeschäfts breite Entwicklungsmöglichkeiten.

Viele Inhouse Consultants unserer Firma konnten die interne Unternehmensberatung als Sprungbrett dafür nutzen, um dank ihrer exzellenten Einblicke in das operative Geschäft später in einer der Divisionen eine interessante Management-Position zu besetzen. Die Voraussetzungen sind also gegeben, um aus zweieinhalb Jahren im Konzern eine lange Karriere werden zu lassen.


Autorin: Marina Haug

Marina Haug Consultant Deutsche Post DHLMarina Haug hat European Business (B.A.) und International Business Management (Diplom) an der Dublin City University und der European Business School Reutlingen studiert. Nach ihrer Zeit als Consultant bei Deutsche Post DHL im Bonner Büro arbeitet sie nun als Regional Airfreight Business Development Specialist bei DHL Global Forwarding Americas im Miami (Florida).