Corona und Consulting: Wie reagiert die Branche?

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Alle aktuellen Corona-Meldungen der Branche gibt es bis auf weiteres hier. Photo by Peter Pryharski on Unsplash

Corona extra: Der aktuelle Überblick über die sich ständig verändernde Situation

 

19. März 2020

McKinsey informiert laufend zum Thema Corona

Im Beitrag COVID-19 und die Folgen für die Wirtschaft liefert McKinsey – regelmäßig aktualisiert – einen Überblick mit Zahlen und Fakten über die sich ständig verändernde Situation und die sich daraus ergebenden Perspektiven für die Wirtschaft.


17. März 2020

Was können Unternehmen jetzt angesichts der Corona-Krise tun? – BDU Checkliste

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und seine Experten aus dem BDU-Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung haben eine Notfall-Checkliste für Firmen und Organisationen in der Corona-Krise erarbeitet.

Für Unternehmen ist es wichtig, in den kommenden Wochen planvoll handeln. Der BDU empfiehlt ein Grobkonzept, das die erwartete Entwicklung und mögliche Szenarien abbildet. Auf der Basis dieses Konzeptes sollte dann entschieden werden, was zu tun ist. Neben dem kurzfristigen Überleben des Unternehmens sollte dabei auch die mittelfristige Entwicklung im Auge behalten werden.

Die folgenden sechs Punkte sollten im Rahmen des Großkonzeptes berücksichtigt werden:

  1. Geld zusammenhalten: Prüfen Sie ihre finanzielle Situation vollständig und ehrlich. Streichen Sie alle nicht notwendigen Ausgaben und Investitionen. Verhandeln Sie mit Lieferanten über längere Zahlungsziele.
  2. Aktives Kundenmanagement: Gehen Sie aktiv auf Ihre Kunden zu und suchen Sie gemeinsam mit ihnen nach bestmöglichen Lösungen in der Krisensituation. Dazu kann zum Beispiel gehören, Auftragsgrößen, Liefertermine und Konditionen nach zu verhandeln.
  3. Alternative Lieferketten aufbauen: Prüfen Sie Ihre Lieferketten und suchen Sie jetzt gezielt – beispielsweise Europa statt Asien – nach Alternativen. Schulen Sie Ihr Einkaufspersonal.
  4. Kapazitäten runterfahren: Analysieren Sie kritisch, ob und in welchem Umfang Sie Kapazitäten herunterfahren können. Überlegenswert: Schichten reduzieren oder 2-3-Tagewoche vorübergehend einführen.
  5. Vorausschauendes Mitarbeiter-Management: Passen Sie Ihre Personalplanungen an und finden Sie situationsgerechte Lösungen für den Mitarbeiter-Einsatz. Die Bandbreite ist groß und reicht von Homeoffice-Regelungen über die Nutzung von Arbeitszeitkonten bis zur Kurzarbeit.
  6. Beantragung von Krediten: Organisieren Sie notwendigen Kredite, um den Unternehmensfortbestand zu sichern. Die Liquiditätshilfen des Bundes sollten schnell in Anspruch genommen werden. Und: Mit der Hausbank aktiv das Gespräch suchen und Factoring-Lösungen andenken

Die vollständige Version der Checkliste gibt es zum Download.


17. März 2020

PwC, KPMG und Deloitte beschränken Kundenkonakt

Das Coronavirus schränkt nun auch die Beraterindustrie ein: KPMG schickt seine Mitarbeiter ab dem 18. März ins Homeoffice und beschränkt den Kundenkontakt. „Bis auf Weiteres prüfen wir die Notwendigkeit jedes physischen internen Meetings, Trainings oder Kundenseminars und stellen nach Möglichkeit auf virtuelle Formate um. Physische Termine mit mehr als 25 Personen werden verschoben. Geschäftsreisen und Meetings mit Kunden sind derzeit auf das Nötigste beschränkt“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens bei Business Insider.

Auch PwC versucht, den Kundenkontakt zu beschränken und hauptsächlich virtuell zu arbeiten. Eine allgemeine Homeoffice Regel gibt es nicht, da die wenigsten Berater eine Präsenzpflicht haben. Das Unternehmen weist seine Mitarbeiter darauf hin, diese flexiblen Arbeitsmöglichkeiten auszuschöpfen.
Deloitte steigt ebenfalls auf virtuelle Kommunikation um: „Mit unseren Kunden stehen wir im Dialog, wie laufende Projekte über digitale Tools erfolgreich fortgesetzt werden können. Dabei kommen insbesondere virtuelles Arbeiten und Remote Working zur Anwendung“, sagt eine Sprecherin.


15. März 2020

Experten der BCG: Lebensmittelhändler können mit anhaltendem Plus rechnen

Laut Experten der Boston Consulting Group (BCG) können Lebensmittelhändler über mehrere Wochen mit einem Plus von 10 bis 15 Prozent rechnen. Das liegt zum einen daran, dass viele Kunden Hygiene- und Gesundheitsprodukte einlagern. Zum anderen sind Restaurants mittlerweile geschlossen und viele verbringen durch die Arbeit im Homeoffice noch mehr Zeit zu Hause. Auch das Onlinegeschäft sei zuletzt stark angestiegen.

BCG-Einzelhandelsexperte Markus Hepp sieht in Deutschland drei Phasen der Corona-Krise. Phase eins und zwei hat Deutschland schon hinter sich: Zunächst werden in hohem Maße Desinfektions- und Reinigungsmittel gekauft, dann werden Vorräte gekauft und angesammelt, als klar wird, dass die Krise länger anhalten wird.

Aktuell befindet sich Deutschland in Phase drei: Das soziale Leben ist stark eingeschränkt und die Nachfrage nach frischen Produkten, aber auch nach Fertiggerichten, steigt. „Das schlägt sich natürlich in den Verkaufszahlen dieser Kategorien nieder, wo wir beispielsweise 10 bis 20 Prozent Wachstum im italienischen Markt beobachten konnten”, sagt Hepp. Besonders negativ sind dagegen die Großhändler für Restaurants oder Hotels betroffen. Dort droht ein Einbruch der Nachfrage um bis zu 30 Prozent.


13. März 2020

BDU: Nachfrage-Potential trotz Corona-Krise weiterhin groß

Eine Blitzumfrage des BDU hat ergeben, dass 72 Prozent der Unternehmensberatungen noch an ihrer ursprünglichen Umsatzprognose für 2020 festhalten. BDU-Präsident Ralf Strehlau: „Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich der Einfluss des Coronavirus auf den Umsatz unserer Gesamtbranche noch nicht quantifizieren. Wir gehen aber davon aus, dass die Consulting-Nachfrage aufgrund vielfältiger Kundenherausforderungen stabil bleiben wird.“ Beratungsthemen, wie zum Beispiel Supply Chain Management oder Sanierungsberatung, werden laut Ralf Strehlau eine Sonderkonjunktur erleben.

Laut BDU-Blitzumfrage sehen weiterhin 80 Prozent der Consultingfirmen nur wenige oder gar keine Auswirkungen auf die Arbeit im eigenen Office. Homeoffice-Regelungen oder der Einsatz von Videokonferenzen werden ausgeweitet. Knapp 70 % nehmen kaum aktuelle Auswirkungen auf neue oder bereits vereinbarte Kundenprojekte wahr, beispielsweise indem Aufträge gestrichen oder verschoben werden.


12. März 2020 

BCG will 800 neue Mitarbeiter einstellen

Trotz der Coronavirus-Pandemie hält BCG an Expansionsplänen fest. „In diesem Jahr wollen wir 800 neue Mitarbeiter einstellen, davon zwei Drittel Berater – so viele wie nie zuvor“, sagte BCG-Deutschland-Chef Matthias Tauber. Für 2020 bleibe er „vorsichtig optimistisch“, nach dem starken Jahresstart seien noch keine Einbußen durch die Coronakrise spürbar. Man rechne mit einem starken Einbruch, der jedoch auch schnell wieder vorbei sein könnte.