
Zwischen Tokyo und Essen: Wie internationale Erfahrung den Beratungsalltag prägt
Kutlu Alp Öztas ist Senior Consultant bei thyssenkrupp Management Consulting – und das bereits anderthalb Jahre nach seinem Start als Praktikant. Er lebte und wuchs bis zum Ende seiner Schulzeit in der Türkei auf, studierte anschließend in Deutschland, forschte in Japan und verfasste seine Masterarbeit an der University of Tokyo mit Fokus auf Wasserstofftechnologien. Im Interview erzählt er, wie ihn internationale Stationen von der Türkei über Deutschland bis nach Japan geprägt haben, warum er sich nach Erfahrungen in der Industrie und in externen Beratungen für das Inhouse-Consulting entschieden hat und welche Rolle sein wissenschaftlicher Hintergrund in der Beratung spielt. Eine Karrieregeschichte, die zeigt, wie technische Expertise, interkulturelle Kompetenz und die richtigen Mentoren zu einer rasanten Entwicklung führen können.
Du hast im Februar 2024 als Praktikant bei thyssenkrupp Management Consulting begonnen und bist bereits Senior Consultant. Was waren die entscheidenden Faktoren für diese schnelle Entwicklung?
Ich hatte von Beginn an außergewöhnlich gute Mentoren, die mich stark gefördert und immer wieder gepusht haben. Dadurch konnte ich früh Verantwortung übernehmen und mich in kurzer Zeit weiterentwickeln. Die Kombination aus Vertrauen, klaren Erwartungen und engem Sparring war für mich der größte Entwicklungstreiber.
Das Praktikum als Türöffner: Wie lief dein Praktikum bei tkMC ab und was hast du konkret gemacht? Wie kam es zur Übernahme als Consultant?
Im Praktikum entwickelte ich direkt ein datengetriebenes Portfolio-Analysetool, in dem ich Produktions- und finanzielle KPIs miteinander verknüpfte, um belastbare Insights zu generieren und nachhaltige Optimierungspotenziale abzuleiten. Dadurch hatte ich früh hohe Sichtbarkeit sowie einen intensiven Austausch mit Kunden und Projektverantwortlichen. Die Übernahme war für mich ein natürlicher nächster Schritt, da Aufgaben, Team und Arbeitsweise sehr gut zu mir gepasst haben.

Du bist in der Türkei aufgewachsen, hast in Deutschland und Japan studiert und geforscht. Wie haben dich diese internationalen Erfahrungen geprägt und wie helfen sie dir heute in der Beratung? Welche Rolle spielt interkulturelle Kompetenz in deiner täglichen Arbeit bei tkMC?
Diese internationalen Erfahrungen haben mich sowohl beruflich als auch persönlich stark geprägt und meine Offenheit, Anpassungsfähigkeit und Lösungsorientierung geschärft. Unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationsstile zu verstehen und einzuordnen, hilft mir im Projektalltag erheblich – insbesondere dabei, Stakeholder schnell abzuholen und in heterogenen Teams effizient zu Ergebnissen zu kommen. Interkulturelle Kompetenz ist für mich heute ein selbstverständlicher Bestandteil meiner täglichen Beratungsarbeit.
Du kommst aus dem Maschinenbau mit Fokus auf Wasserstofftechnologien. Wie war der Übergang von der technischen Forschung in die Managementberatung?
Der Übergang war für mich überraschend fließend, da ich analytisches Denken schon früh mit einem starken Interesse an strategischen Fragestellungen verbunden habe. Technische Inhalte schnell zu durchdringen und strukturiert einzuordnen, hilft mir heute in vielen Projekten. Dadurch kann ich komplexe technische Sachverhalte für das Management entscheidungsrelevant und verständlich aufbereiten. Gleichzeitig reizt mich an der Beratung die hohe Geschwindigkeit sowie die inhaltliche Vielfalt.
Bei tkMC habe ich genau das Umfeld gefunden, wonach ich gesucht habe: Eine freundschaftliche Kultur, ein enges Mentoring sowie den direkten Austausch mit dem Top-Management
Vor tkMC warst du bereits bei drei externen Beratungen. Warum hast du dich für das Inhouse Consulting und speziell für tkMC entschieden?
Ich wollte in einem Umfeld arbeiten, in dem strategische Fragestellungen eng mit der tatsächlichen Umsetzung verknüpft sind und der Impact der eigenen Arbeit unmittelbar sichtbar wird. Gleichzeitig war mir wichtig, früh Verantwortung zu übernehmen und in einem Team zu arbeiten, das gezielt fördert und fordert. Bei tkMC habe ich genau dieses Umfeld gefunden: eine freundschaftliche Kultur, ein enges Mentoring sowie den direkten Austausch mit dem Top-Management. Hinzu kommen anspruchsvolle Projekte mit klarem Unternehmensbezug, in denen man den eigenen Beitrag unmittelbar nachvollziehen kann.
Du hast zwei wissenschaftliche Paper als Erstautor veröffentlicht. Wie hilft dir dieser wissenschaftliche Hintergrund in der Beratung?
Mein wissenschaftlicher Hintergrund prägt meine strukturierte und datenbasierte Arbeitsweise. Komplexe Fragestellungen schnell zu analysieren und verständlich aufzubereiten, fällt mir dadurch leichter. Projekte profitieren insbesondere von diesem Zusammenspiel aus technischer Tiefe, analytischer Präzision und pragmatischer Umsetzung.
Du warst als erster ausländischer Student Board Member bei 180 Degrees Consulting in Tokyo. Was hast du von dort mitgenommen?
Ich habe gelernt, internationale Teams zu führen und Projekte auch unter hohem Zeitdruck strukturiert zum Erfolg zu bringen. Die enge Zusammenarbeit mit NGOs und externen Partnern hat mir früh gezeigt, wie man unterschiedliche Interessen ausbalanciert und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt. Darüber hinaus konnte ich Organisationen dabei unterstützen, konkrete Herausforderungen in sensiblen Themenfeldern anzugehen und einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig sind durch dieses Engagement wertvolle Freundschaften entstanden. Diese Erfahrungen haben meine Führungskompetenz sowie meine Kommunikationsstärke nachhaltig weiterentwickelt.
Deine Masterarbeit hast du an der University of Tokyo geschrieben und warst dort auch als Visiting Student Researcher tätig. Was hat dich nach Japan gezogen und was hast du dort gelernt?
Mich hat die Kombination aus exzellenter Spitzenforschung im Bereich Wasserstofftechnologien und der Möglichkeit, in einer völlig neuen Kultur zu leben, nach Japan gezogen. Vor Ort habe ich gelernt, mich schnell in internationale Teams einzufinden, sehr unterschiedliche Arbeitsstile miteinander zu verbinden und noch strukturierter sowie detailorientierter zu arbeiten. Diese Erfahrungen haben sowohl meine interkulturelle Kompetenz als auch meine wissenschaftliche Arbeitsweise nachhaltig geprägt und helfen mir heute, komplexe Fragestellungen im Beratungsalltag strukturiert zu analysieren und klar zu kommunizieren.

Kutlu Alp Öztas ist Senior Consultant bei thyssenkrupp Management Consulting in Essen. Nach seinem Bachelor in Maschinenbau an der RWTH Aachen absolvierte er seinen Master mit Schwerpunkt Leichtbau und Energie summa cum laude. Seine Masterarbeit verfasste er an der University of Tokyo mit Fokus auf innovative Wasserstofftechnologien. Während seines Studiums sammelte er internationale Erfahrungen in Japan, baute Industrieerfahrung auf und arbeitete in der externen Beratung. Im Februar 2024 startete er als Praktikant bei thyssenkrupp Management Consulting, wurde im Mai 2024 als Consultant übernommen und nach anderthalb Jahren zum Senior Consultant befördert. Er ist Erstautor zweier wissenschaftlicher Publikationen im Bereich Wasserstoffspeichertechnologien und wurde mehrfach mit Stipendien ausgezeichnet, darunter das Deutschlandstipendium und ein DAAD-Stipendium.