
„Einen frischen Blick und keine Scheu, Dinge neu zu denken”
Melina Kotola Lopez ist Beraterin und Squad Ownerin für Hybrid Banking bei Atruvia – und das mit gerade mal 28 Jahren. Nach ihrer klassischen Banklaufbahn im Sauerland wechselte sie 2024 zu Atruvia, um dort die Digitalisierung im Banking aktiv mitzugestalten. Im Interview erzählt sie, wie der Übergang von der Bank in die Beratung verlief, was das Squad-Modell bei Atruvia auszeichnet und wie sie in dieser Rolle Verantwortung übernimmt. Eine Geschichte über kontinuierliche Weiterentwicklung, den Mut zum Rollenwechsel und die Balance zwischen operativer Beratung und Produktverantwortung.
Du hast eine klassische Banklaufbahn hinter dir und bist dann zu Atruvia in die Beratung gewechselt. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen und wie war der Übergang?
Atruvia kannte ich schon aus meiner Zeit in der Bank und hatte immer Berührungspunkte mit den Lösungen. Während meiner Banklaufbahn habe ich mir im Arbeitsalltag öfter gedacht, dass manches einfacher oder besser laufen könnte – und irgendwann kam die Frage: Wenn ich wirklich etwas verändern will, wo wäre ich näher dran als direkt bei dem Unternehmen, das diese Lösungen entwickelt?
Der Übergang zu Atruvia war dann überraschend reibungslos. Die Einarbeitung war super strukturiert und ich habe mich von Anfang an gut abgeholt gefühlt. Gerade in den ersten sechs Monaten habe ich mich sowohl fachlich als auch persönlich enorm weiterentwickelt – das hat den Wechsel für mich absolut bestätigt.
Parallel zur Squad-Ownerin-Rolle berate ich weiterhin Banken als Projektleiterin und kann die dort erhaltenen Impulse direkt in die Squad-Arbeit einfließen lassen
Melina Kotola Lopez // Atruvia AG
Mit 28 Jahren bist du Squad Ownerin für Hybrid Banking geworden. Wie funktioniert das Squad-Modell bei Atruvia und welche Besonderheiten bringt es mit sich?
Bei Atruvia ist das Squad-Modell zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit. Ein Squad ist eine fachlich fokussierte Einheit innerhalb eines Tribes, der thematisch den Rahmen vorgibt.
Gemeinsam mit meinem Team kümmern wir uns um alles, was das telefonische und hybride Banking betrifft. Der Fokus liegt darauf, bestehende Prozesse weiterzuentwickeln und neue, innovative Ansätze im Beratungs- und Telefonieumfeld voranzubringen.
Eine Besonderheit meiner Rolle ist, dass sie nicht in Vollzeit ausgelegt ist. Parallel zur Squad-Ownerin-Rolle berate ich weiterhin Banken als Projektleiterin. Das bringt natürlich eine besondere Perspektive mit sich: Ich bin sehr nah an den aktuellen Herausforderungen der Institute und kann diese Impulse direkt in die Squad-Arbeit einfließen lassen. Das bedeutet das viel Verantwortung, aber auch enormen Gestaltungsspielraum.
Wie hast du dich auf diese Rolle vorbereitet und was bedeutet diese Verantwortung für dich?
Auf die Rolle als Squad Ownerin habe ich mich nicht mit einem klassischen Masterplan vorbereitet, sondern vor allem durch Learning by Doing. Ich habe früh Verantwortung übernommen, viel Feedback eingeholt und bewusst die Nähe zu erfahrenen Kolleginnen und Kollegen gesucht. Gleichzeitig war es mir wichtig, fachlich tief drin zu sein, um mein Team unterstützen zu können.
Meine Rolle als Squad Ownerin ist fachlich geprägt: Ich verantworte die inhaltliche Ausrichtung und Qualität unserer Dienstleistungen, ohne disziplinarische Führungsaufgaben wahrzunehmen.
Die Verantwortung bedeutet für mich vor allem, Orientierung zu geben und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jede und jeder einbringen und weiterentwickeln kann. Es geht weniger darum, alles selbst zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen, Entscheidungen möglich zu machen und gemeinsam Ergebnisse zu liefern. Genau dieser Gestaltungsspielraum macht die Rolle für mich so spannend.
Welche besonderen Herausforderungen siehst du als junge Führungskraft? Und welche Vorteile bringst du vielleicht gerade deshalb mit?
Eine der größten Herausforderungen als junge Führungskraft ist es, von Anfang an klar in der Rolle anzukommen – gerade wenn man mit Kolleginnen und Kollegen arbeitet, die deutlich mehr Berufserfahrung mitbringen. Da geht es viel um Haltung, Kommunikation und darum, Entscheidungen sicher zu vertreten, auch wenn man nicht schon „alles erlebt“ hat. Gleichzeitig muss man lernen, die eigene Rolle bewusst abzugrenzen und nicht alles selbst lösen zu wollen.
Genau darin liegt aber auch ein großer Vorteil: Ich bringe einen frischen Blick mit, hinterfrage Bestehendes und habe keine Scheu, Dinge neu zu denken. Durch meine Nähe zu den operativen Themen und meine parallele Arbeit mit Banken bin ich sehr nah an den aktuellen Herausforderungen. Das hilft mir, pragmatische Lösungen zu entwickeln und mein Team mitzunehmen – auf Augenhöhe, mit Offenheit und einer guten Portion Neugier.
Frauen in Führungspositionen sind nicht die Ausnahme, sondern ein selbstverständlicher Teil der Organisation
Melina Kotola Lopez // Atruvia AG
Wie nimmst du das Thema Female Leadership bei Atruvia wahr? Welche Unterstützung hast du auf deinem Weg erfahren?
Female Leadership hat bei Atruvia definitiv einen hohen Stellenwert und ist klar sichtbar – nicht zuletzt dadurch, dass wir zwei Vorständinnen haben. Das sendet ein starkes Signal und zeigt, dass Frauen in Führungspositionen nicht die Ausnahme, sondern ein selbstverständlicher Teil der Organisation sind. Insgesamt erlebe ich eine Kultur, in der Leistung, Haltung und Kompetenz zählen – unabhängig vom Geschlecht.
Hattest du weibliche Vorbilder oder Mentorinnen auf deinem Weg?
Die beiden Vorständinnen Daniela Bücker und Julia Japec sowie weibliche Tribe-Leads sind greifbare Vorbilder, die mir zeigen: Der Weg in eine Führungsposition ist möglich und gewollt.
Du arbeitest im Bereich Hybrid Banking mit Fokus auf Omnichannel und Daily Banking. Was fasziniert dich an diesem Themenfeld und welche Trends siehst du?
Mich fasziniert am Hybrid Banking vor allem die Verbindung aus digitaler Effizienz und persönlicher Nähe. Mein Squad ist im digital-persönlichen Banking angesiedelt und verantwortet Prozesse rund um das KundenServiceCenter, kurz KSC – also maßgeschneiderte Abläufe für den telefonischen Kundenservice der Banken. Genau hier zeigt sich, wie wichtig Omnichannel-Ansätze im Daily Banking sind: Kundinnen und Kunden erwarten einfache, nahtlose Prozesse, unabhängig davon, über welchen Kanal sie mit ihrer Bank in Kontakt treten.
Besonders spannend ist, dass Atruvia seit einiger Zeit an einem neuen System arbeitet, das die Arbeitsoberfläche der Bankmitarbeitenden deutlich effizienter und moderner gestaltet. Wir leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem wir die konkreten Bedarfe aus der Bankenberatung direkt in die Weiterentwicklung der Plattform einbringen. Themen wie künstliche Intelligenz und Automatisierung sind aus unserem Arbeitsfeld nicht mehr wegzudenken – etwa durch den Einsatz innovativer Sprachroboter, mit denen wir Banken technologisch auf den neuesten Stand bringen.
Gleichzeitig bleibt das Ziel klar: einfaches, sicheres Banking für alle zugänglich zu machen. Gerade der persönliche Kontakt über das Telefon ist nach wie vor ein zentraler Baustein – und genau das macht auch heute noch den Charakter einer klassischen Volks- und Raiffeisenbank aus.
Ich bin drei Tage pro Woche bei Banken vor Ort, dazu kommen An- und Abreisen – ein klassischer Nine-to-five-Arbeitstag existiert für mich nicht
Melina Kotola Lopez // Atruvia AG
Wie gehst du als junge Führungskraft mit dem Thema Work-Life-Balance um? Welche Strategien hast du entwickelt?
Work-Life-Balance ist für mich weniger eine feste Trennung als vielmehr ein bewusstes Austarieren. Als Beraterin bin ich im Durchschnitt drei Tage pro Woche bei Banken vor Ort, dazu kommen An- und Abreisen. Ein klassischer Nine-to-five-Arbeitstag existiert für mich nicht – jeder Tag sieht anders aus. Das erfordert ein hohes Maß an Organisation und Eigenverantwortung.
Über die Zeit habe ich gelernt, starre Strukturen loszulassen und stattdessen stärker auf Flexibilität und Agilität zu setzen. Die vielen äußeren Einflussfaktoren können durchaus herausfordernd sein, gerade wenn Termine, Reisen und unterschiedliche Rollen zusammenkommen. Nach über zwei Jahren in der Rolle habe ich für mich erkannt, wie wichtig ein ausgewogener Rhythmus zwischen externem Einsatz bei den Banken und Innendienstphasen ist – insbesondere mit Blick auf meine Verantwortung als Squad Ownerin. Nur so kann ich beiden Aufgaben gerecht werden und langfristig leistungsfähig bleiben.

Melina Kotola Lopez,, Jahrgang 1997, ist Beraterin bei Atruvia und seit 2025 zusätzlich als Squad Ownerin für den Bereich Hybrid Banking tätig. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau wechselte sie 2024 zu Atruvia, wo sie Banken zu Prozessen und Digitalisierung berät. In ihrer aktuellen Rolle verbindet sie operative Beratung mit Produkt- und fachlicher Führungsverantwortung und verantwortet Themen rund um Omnichannel- und Daily Banking. Privat findet sie ihren Ausgleich im Laufsport: Seit über 20 Jahren ist sie ambitionierte Hobbyläuferin – ein Paar Laufschuhe gehört auch auf Dienstreisen stets ins Gepäck. Als Halb-Spanierin verbringt sie zudem so viel Zeit wie möglich bei ihrer Familie in Andalusien.