Als Mutter über ein Praktikum zu McKinsey

Viel unterwegs unter der Woche, aber freitags in der „Homezone”: Stefanie Stemmer im Kölner Büro von McKinsey

Viel unterwegs unter der Woche, aber freitags in der „Homezone”: Stefanie Stemmer im Kölner Büro von McKinsey

Fellow Associate Stefanie Stemmer lernte McKinsey durch ein Praktikum kennen

Stefanie Stemmer ist im zweiten Jahr im Fellow-Programm bei McKinsey und wird anschließend im Leave promovieren. Kennengelernt hat sie das Unternehmen und die Möglichkeiten, die es bietet, bei einem Praktikum. Hier konnte sie auch austesten, wie der Berateralltag mit dem Familienleben funktioniert, denn die 27-Jährige ist bereits zweifache Mutter.

Wie kam es dazu, dass Sie ein Praktikum bei McKinsey gemacht haben?

Ich fand die Unternehmensberatung schon immer spannend und habe dann auf einem Event mit zwei Mitarbeiterinnen von McKinsey gesprochen. Zwei Tage später bekam ich einen Anruf, ob ich nicht ein Praktikum bei McKinsey machen wollte – verbunden mit einer Einladung zum Bewerbungsgespräch. Der Auswahltag verlief dann von beiden Seiten sehr positiv und einige Monate später war ich schon Fellow Intern im Kölner Office.

Viele machen ja zunächst ein Praktikum, um herauszufinden, ob sie sich Beratung überhaupt vorstellen können. Das war bei mir genauso. Ich bin Mutter, habe zwei Töchter und wollte zunächst einmal testen, wie der Berateralltag mit unserem Familienleben zusammenpasst.

Immer mehr Unternehmen sehen Praktikanten nicht als günstige Kurzzeitarbeitskräfte, sondern vielmehr als potenzielle zukünftige Festeinsteiger. Wie ist das bei McKinsey?

Auf jeden Fall das Zweite. McKinsey gibt sich sehr viel Mühe, Praktikanten eine positive und authentische Erfahrung zu bieten. So wird besonders viel Wert darauf gelegt, dass das jeweilige Projekt zu den Praktikanten passt und sie immer gut betreut werden. Wenn das Praktikum gut läuft und das Ende des Studiums bereits in Sicht ist, gibt es im Anschluss direkt ein Vertragsangebot für den Festeinstieg. Von der Arbeit her unterscheiden sich die Aufgaben eines Praktikanten kaum von der eines Berufseinsteigers, sodass man wirklich einen guten Einblick in die Arbeit bei McKinsey erhält.

Was waren Ihre Aufgaben und Projekte während des Praktikums?

Bei meinem Projekt habe ich mit meinen Kollegen eine Wachstumsstrategie für ein Unternehmen im Öl- und Gasbereich entwickelt. Meine Aufgaben waren sehr vielfältig. Ich habe an Datenanalysen und Excel-Modellen genauso mitgearbeitet wie an den klassischen Powerpoints. Außerdem hatte ich direkten Kontakt zum Klienten und war bei Meetings dabei. Im Team habe ich mit den Beratern Lösungen erarbeitet und so ein gutes Verständnis von unserem Gesamtprojekt erhalten.

Inzwischen sind Sie Fellow Associate, das heißt nach dem Praktikum wurden Sie fest übernommen. Können Sie erzählen, wie das in Ihrem Fall lief? Welche Schritte lagen noch dazwischen?

Kurz vor Ende meines Praktikums habe ich ein Angebot für den Festeinstieg erhalten. Vor der Vertragsunterzeichnung hatte ich noch ein angenehmes Gespräch mit einem unserer Partner. Das war aber kein klassisches Bewerbungsgespräch, sondern wir haben uns über meine Erfahrungen im Praktikum unterhalten und darüber geredet, was mich im Fellow-Programm erwartet. Anschließend habe ich meine Masterarbeit geschrieben, Urlaub mit meiner Familie gemacht und bin dann fest eingestiegen.


Ich habe noch ein Jahr Zeit bis zum Beginn des Leaves und plane, im Bereich der Energietechnik zu promovieren

Stefanie Stemmer, McKinsey


Sie sind jetzt im Fellow-Programm. Können Sie zwei, drei Sätze dazu erzählen?

Das Fellow-Programm bedeutet, dass ich zunächst zwei Jahre lang bei McKinsey arbeite und anschließend für ein bis drei Jahre für eine Promotion, einen MBA oder auch andere Projekte, zum Beispiel bei NGOs, freigestellt werden kann. Im ersten Jahr erhalte ich dann noch weiter mein Fellow–Gehalt und auch bei den MBA-Studiengebühren gibt es finanzielle Unterstützung.

Bei der Wahl des Promotionsthemas ist man übrigens absolut frei – keineswegs muss man hier in einem BWL- oder beratungsnahen Thema promovieren. Ich habe noch etwa ein Jahr Zeit bis zum Beginn des sogenannten Leaves. Ich kann mir gut vorstellen, eine Promotion im Bereich der Energietechnik anzuschließen: Dieser Bereich hat mich schon im Studium besonders interessiert.

McKinsey gilt als Tier1-Beratung und das Bewerbungsprocedere als nicht ohne. Haben Sie Feedback bekommen, was das Unternehmen an Ihnen besonders schätzte und was letzthin den Ausschlag gab?

Das Bewerbungsgespräch ist bei uns sehr interessant aufgebaut. Statt den Standardfragen aus Bewerbungsratgebern gibt es drei Fallstudien sowie intensive Gespräche über spezifische Situationen, die man in seinem Leben gemeistert hat. Auf beides kann man sich vorbereiten, aber Case-Erfahrung aus der Uni oder ähnliches ist absolut nicht notwendig. Ich fand den Prozess insgesamt sehr fair, angenehm und professionell – und die Interviewer alle sehr sympathisch. Das hat für mich letztlich auch den Ausschlag gegeben, dass ich mich richtig auf das Praktikum gefreut habe: diese Wertschätzung und Professionalität, die bereits den Bewerbern entgegengebracht wird.

Viele Berufseinsteiger schreckt die Vorstellung ab, als Berater vier Tage die Woche unterwegs und abends im Hotel zu sein. Ist das eigentlich die Beraterwirklichkeit? Wie sehen Ihre Wochen aus?

Ich bin in der Tat meist vier Tage in der Woche unterwegs. Abends im Hotel bin ich gar nicht so viel. Oft bin ich mit meinen Kollegen noch gemeinsam unterwegs: Wir essen zusammen zu Abend oder machen (Team-)Sport. Einsam ist das Beraterleben also nicht, zumal mit den meisten Kollegen sehr schnell ein guter Teamgeist aufkommt. Wer abends Zeit für sich allein braucht, kann sich aber natürlich auch auf sein Hotelzimmer zurückziehen. Am Freitag arbeite ich dann entweder von zu Hause aus oder in unserem Kölner Büro.


Als Mutter ist die Familie schon jetzt die andere Hälfte meines Lebens

Stefanie Stemmer, McKinsey


Noch etwas persönliches: Gibt es etwas, was Sie unbedingt in Ihrem Leben noch machen wollen – außer der Arbeit in der Beratung?

Ich habe zwei großartige Töchter, meine Familie ist also schon jetzt die „andere Hälfte” meines Lebens. Das wird zum Glück auch noch viele Jahre so bleiben! Darüber hinaus lebe ich sehr gerne im Ausland und lerne andere Kulturen intensiv kennen. Das darf jetzt aber erst einmal warten, bis unsere Kinder etwas älter sind und selbst mitentscheiden können.

Wie regeln Sie die Betreuung Ihrer Töchter? Das ist nicht einfach, wenn die Kinder noch klein sind.

Mein Mann arbeitet in Teilzeit und kümmert sich unter der Woche um unsere Kinder. Insofern kann ich Karriere und Familie gut vereinbaren. Lediglich auf Projekte außerhalb Europas verzichte ich. So können wir jedes Wochenende gemeinsam als Familie genießen. Darüber hinaus habe ich Dank unseres Take-Time-Programms vier Wochen zusätzlichen Urlaub zur Verfügung.

Wenn dann doch mal ein wichtiger Familientermin bevorsteht, sind die meisten Kollegen sehr verständnisvoll, und es lässt sich eine individuelle Lösung finden. Das gleiche gilt auch für langfristige Lösungen: Väter und Mütter haben bei McKinsey viele Möglichkeiten, ihren Beruf mit der Familie zu vereinbaren.


Stefanie Stemmer, McKinsey
Stefanie Stemmer, 27, lebt mit ihrer Familie in Aachen und arbeitet im Kölner Büro von McKinsey. Sie studierte Wirtschaftsingenieurwesen (Maschinenbau) an der RWTH Aachen mit Auslandsaufenthalt in Wuhan, China und hat davor bereits in den USA und Kamerun gelebt. Ihre Freizeit verbringt die junge Mutter am liebsten mit ihrer Familie und gibt ihre Leidenschaft für Technik beim Murmelbahnbauen an ihre beiden Töchter weiter.