Praktikum bei McKinsey: „Jeder versucht, das Beste aus den anderen herauszuholen”

Nina Hirsens stieg nach einem vorherigen Praktikum diesen Sommer als Fellow fest bei McKinsey ein

Nina Hirsens, Fellow bei McKinsey

Nina Hirsens stieg nach einem vorherigen Praktikum diesen Sommer als Fellow fest bei McKinsey ein

Juli 2018 startete Nina Hirsens als Fellow bei McKinsey. Im Jahr zuvor hatte sie das Unternehmen bei einem Praktikum kennen- und schätzengelernt und anschließend über das Praktikantenbindungsprogramm den Kontakt gehalten. In ihrem Erfahrungsbericht schildert die 26-Jährige ihren bisherigen Weg beim Branchenprimus.

Als ich mit meinem BWL-Bachelor in Münster anfing, wäre ich nie auf die Idee gekommen, ins Consulting zu gehen. Eigentlich hatte ich sogar ein eher negatives Bild von der Branche. Während meiner Praktika in verschiedenen Unternehmen habe ich dann aber zwei Dinge bemerkt. Zum einen, dass ich gerne schnell viel Neues lerne und mich vorerst nicht auf eine Funktion oder Industrie festlegen möchte. Zum anderen, dass der Blick von außen häufig wertvoll für ein Unternehmen ist.

Ich habe mich dann für den Corporate Development Master an der Universität zu Köln entschieden, weil dieser die Themen Strategie, M&A und HR verbindet und die Atmosphäre dort wirklich angenehm ist. Immer wieder begegnete mir die Consulting-Branche – über Events, Anzeigen oder in Gesprächen mit Kommilitonen. Schließlich wurde ich neugierig und habe mich während eines Auslandspraktikums in Singapur für ein Praktikum beworben.


Die Rückmeldung kam sehr schnell und telefonisch: Mir hat es gut gefallen, wie wertschätzend McKinsey mit Bewerbern umgeht

Nina Hirsens, McKinsey


Mir hat es von Anfang an gut gefallen, wie wertschätzend McKinsey mit Bewerbern umgeht. Die Rückmeldung kam sehr schnell und sogar telefonisch. Ich wurde nach wenigen Tagen angerufen, mir wurde der Prozess erklärt und ich konnte mir ein Datum für ein telefonisches Vorbereitungsgespräch mit anderen Bewerbern aussuchen. In diesem Telefonat habe ich sehr ausführlich erfahren, was in den Interviews auf mich zukommt und was von uns erwartet wird. Insgesamt habe ich mich am Tag der Interviews wirklich sehr gut vorbereitet gefühlt, auch wenn man natürlich trotzdem nervös ist.

Trotz meiner Nervosität habe ich die Zusage für ein Praktikum bekommen und durfte dann im Sommer 2017 in die Einführungswoche (New Hire Orientation) starten. Als Praktikant/-in besteht diese Woche aus drei sehr unterhaltsamen und lehrreichen Tagen. Erfahrenere Kollegen vermitteln die wichtigsten Informationen für den Start, man erhält seine IT und lernt außerdem viele andere spannende Leute kennen.

Am dritten Tag kam dann die Nachricht, auf welches Projekt es in der nächsten Woche geht. In meinem Fall handelte es sich um eine große Transformation im Healthcare-Bereich, die kurz vor der Umsetzung stand. Mein Team war sehr freundlich und bemüht, mir möglichst schnell viel beizubringen. Somit durfte ich auch bereits nach wenigen Tagen ein eigenes Arbeitspaket übernehmen. Dazu wurde ich den Klienten vorgestellt und habe dann auch sehr eng mit diesen zusammengearbeitet. Bereits im zweiten Monat konnte ich selbstständig Klientenworkshops vorbereiten und durchführen. Zwar habe ich die Umsetzung der Transformation nicht mehr mitbekommen, es ist jedoch toll, jetzt von Kollegen zu hören, dass alles nach Plan verläuft.

Sowohl beim Praktikum als auch als Fellow gilt: Niemand muss seinen Weg alleine gehen

Sowohl beim Praktikum als auch als Fellow gilt: Niemand muss seinen Weg alleine gehen

Nach neun Wochen Praktikum hieß es dann vorerst Abschied nehmen. Abgesehen von einem finalen Feedback durch die Projektleiterin bekam ich wenige Tage nach Abschluss des Praktikums einen Anruf der Personalabteilung. In diesem Rahmen erfährt man dann, ob ein Angebot für den Festeinstieg gemacht wird, oder nicht – bei mir hat es zum Glück geklappt.

In diesem Gespräch wurde mir auch sehr ausführlich erklärt, welche Möglichkeiten und Entscheidungsfreiheiten ich noch habe. Da ich mir etwas Bedenkzeit einräumen wollte, wurde ich vorerst in das Praktikantenbindungsprogramm namens „College” aufgenommen. Neben vielen spannenden und lustigen Veranstaltungen bekommt man dort einen Buddy an die Seite gestellt, dem man alle seine Fragen stellen kann.

Etwa vier Monate nach Ende des Praktikums habe ich dann vor meinem Festeinstieg ein finales Interview mit einem Partner geführt. Mir war es wichtig, mir hundertprozentig sicher zu sein, bevor ich in dieses Gespräch gehe. Das Interview verlief dann sehr viel entspannter als ich dachte. Der Partner hat sich dafür interessiert, warum ich bei der Firma anfangen möchte und hat mir anschließend noch das Fellow-Programm erklärt, das mich wirklich überzeugt hat.

Im Rahmen des Programms arbeitet man zwei Jahre als Beraterin und wird dann für eine Promotion, einen MBA oder den sogenannten Social Leave freigestellt. Schließlich überreichte er mir meinen Arbeitsvertrag für Juli 2018, den ich auch direkt unterschrieb. Zugegebenermaßen war es für mich sehr erleichternd, meine Masterarbeit ohne den Druck der Jobsuche schreiben zu können.


Wir arbeiten schon viel, aber die Stimmung im Team ist gut und man merkt tagtäglich, dass man bei den Klienten etwas bewegt

Nina Hirsens, McKinsey


Die Projektarbeit bei McKinsey gefällt mir auch in meiner Rolle als Fellow sehr gut. Wir arbeiten schon viel, aber die Stimmung im Team ist gut und man merkt tagtäglich, dass man bei den Klienten etwas bewegt. Besonders gut gefällt mir an den Projektteams, dass sich die Leute wirklich füreinander interessieren. Jeder versucht, das Beste aus den anderen herauszuholen und statt Rivalität herrscht echter Teamspirit. Auch die Projektleiter und Partner sind spürbar daran interessiert, ihre Leute weiterzuentwickeln.

Selbstverständlich ist die Arbeit als Consultant anspruchsvoll und mit viel Reisetätigkeit verbunden. Ich hatte jedoch bisher Glück und konnte zu meinen Projekten innerhalb von wenigen Stunden mit der Bahn fahren, sodass ich das noch nicht als großen Nachteil wahrnehme.

Nach meinen wenigen Monaten bei McKinsey bin ich wirklich begeistert von der Flexibilität und dem Rahmenprogramm, das die Firma anbietet. Seien es die Freitage im Heimatoffice, flexible Arbeitszeitmodelle wie Take Time – ein Programm, bei dem man jedes Jahr bis zu zwei Monate zusätzlichen unbezahlten Urlaub nehmen kann – die Firmenwagenregelung ab dem ersten Tag oder das vielfältige Sportangebot: McKinsey tut sehr viel dafür, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Mir ist es besonders wichtig, freitags in Köln zu sein. Dort im Büro trifft man jede Woche wirklich tolle Kolleginnen und Kollegen, mit denen man auch mal über seine Erlebnisse sprechen kann und die auch privat viel miteinander unternehmen. Die offene und umsorgende Atmosphäre macht das Kölner Office für mich ganz besonders.

Durch die Flexibilität, die McKinsey uns mit dem Take Time-Programm bietet, werde ich auch meiner Freude am Reisen weiter nachgehen können. Als nächstes stehen für mich Afrika und ein weiteres (und damit drittes) Mal Kanada auf dem Plan. Sollte ich irgendwann keine Lust mehr auf Consulting haben, träume ich davon, eine kleine Weinbar zu eröffnen und meine Gäste und Freunde dort mit wunderbaren Weinen und leckeren Snacks zu versorgen. Zu Beginn meines Bachelors habe ich lange in der Gastronomie gearbeitet und habe meine Leidenschaft für gute Tropfen und gemütliche und einzigartige kleine Läden entdeckt.


Nina Hirsens, McKinseyNina Hirsens, McKinsey
Nina Hirsens (26) hat BWL an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Corporate Development an der Universität zu Köln studiert und lebt auch aktuell in Köln. Neben einem Semester in Frankreich hat sie auch vier Monate für ein Auslandpraktikum in Singapur verbracht. Als Ausgleich neben dem Berufsleben powert sie sich gerne bei Hindernisläufen wie dem Fisherman’s Strongman Run aus.