e&Co.: Business Transformation in der Automobilindustrie

 Jan-Henrik Thomas, Principal und HR-Verantwortlicher (links): „Unsere Vision ist es, mit e&Co. einen Beratungs- und Innovationshub zu etablieren: eine einzigartige Plattform für Wissen, Talente und Unternehmergeist.“  Rechts: Dr. Engelbert Wimmer, CEO


Jan-Henrik Thomas, Principal und HR-Verantwortlicher (links): „Unsere Vision ist es, mit e&Co. einen Beratungs- und Innovationshub zu etablieren: eine einzigartige Plattform für Wissen, Talente und Unternehmergeist.“  Rechts: Dr. Engelbert Wimmer, CEO

Wie sieht die Zukunft der Mobilität im digitalen Zeitalter aus?

Die Management-Beratung e&Co. AG ist Spezialist für Veränderungssituationen und begleitet ihre Klienten und Geschäftspartner insbesondere bei der digitalen Transformation. Welche Herausforderungen und Fallstricke hier in Bezug auf die Automobil- und Mobilitätsindustrie warten, erläutert der Fachbeitrag von Dr. Engelbert Wimmer und Jan-Henrik Thomas.

Als Experten für unternehmerische Veränderungssituationen beraten wir seit einigen Jahren unsere Klienten aus der Automobilindustrie bei ihren drei Zukunftsherausforderungen: digitale Transformation, autonomes Fahren und die Elektrifizierung der Fahrzeuge. In diesem Kontext geht es vor allem um künstliche Intelligenz, Internet of Things, innovative Mobilitätsdienstleistungen, neue digitale Geschäftsmodelle und -felder jenseits des klassischen Autokerngeschäftes – und um deren drastische Auswirkungen auf Unternehmensführung, Strategie, Organisation, Mitarbeiter, Prozesse und Wertschöpfung. Ein spannender Markt mit sehr viel Potential: Die traditionellen Automobilhersteller und -zulieferer fahren bei vielen dieser Entwicklungen nicht in der Poleposition – und werden gleichzeitig durch agile High-Speed-Newcomer aus der Technologiewelt massiv bedrängt, gar in Frage gestellt. Denn in der Zukunft der Mobilität könnten die klassischen Big-Automotive-Player eine untergeordnete Rolle spielen.

Always-on ist das neue Normal


Wir erleben die bis dato schnelllebigsten Zeiten. Der konstante Umbruch erfasst alle Lebens- und Geschäftsbereiche, vor allem befeuert durch den bahnbrechenden Technologie-Fortschritt. Kundenwünsche und -bedürfnisse wandeln sich in Echtzeit. Tradierte Businessmodelle werden permanent herausgefordert und von neuen überholt. Eine Disruption jagt die nächste – bisher Undenkbares wird plötzlich Normalität. Der neue Kunde heißt „digitaler Nutzer“, und er wird zum zentralen Dreh- und Angelpunkt in einer Always-on-Welt. Unternehmen sind mehr denn je gezwungen, mit ihren Produkten und Services nutzenstiftend umfassendere Probleme zu lösen – bei gleichzeitig maximaler Interaktion und Personalisierung: „Right Time“ ist das neue „Real Time“, ermöglicht durch Massen von Daten und deren cleverer Verwendung. Wie eine gewaltige Tsunamiwelle bricht VUKA über uns herein, ein sehr treffendes Akronym für den Zustand unserer sich permanent-transformierenden Welt – und für das, was uns noch bevorsteht: Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität in exponentieller Form. Es geht um nichts weniger als um die konstante Neuerfindung unserer Unternehmen in einer digitalisierten Welt. Wir nennen es die „Digital Value Economy”.

Vier strategische Grundpfeiler für eine Zukunft in der digitalisierten Welt


Um die zukünftige Teilhabe an der digitalisierten Wirtschaft zu sichern, sind unseres Erachtens für Unternehmen vier strategische Grundpfeiler wichtig.
Erstens: den Digitalen Nutzer verstehen. Der Wandel vom Kunden am Ende einer Wertschöpfungskette hin zum digital vernetzten Nutzer im Zentrum eines Wertnetzes erfordert ein neues Bild dessen, was „der Nutzer“ und was dessen „Nutzen“ ist.
Zweitens: Technologie & Content. Starker Fokus auf individualisierte Dienste, „Service-Atomisierung”, offene Technologie-Plattformen sowie Kooperationen.
Drittens: die Gestaltung einer flexiblen und agilen Organisation – bi-modal mit dem Besten aus der alten Welt kombiniert mit der neuen, neuartigen Führungsmodellen in Netzwerken, einer Allianz der besten Köpfe und einer innovativen Form der Zusammenarbeit über die Unternehmensgrenzen hinweg.
Sowie viertens, mit der wichtigste Punkt: die Attitude – also die Modernisierung der unternehmerischen Grundeinstellung. Der Entdeckergeist muss forciert werden, Mitarbeiter werden zu Mit-Unternehmern im Unternehmen, die den Wandel konsequent und nachhaltig umsetzen.
Hierzu beraten wir in laufenden Projekten, bieten eine Reihe von interdisziplinären Impuls-Workshops für Automobilhersteller und -zulieferer sowie Mobilitätsunternehmen an, und bilden darauf aufbauend eine Plattform, um die Weichen für die Zukunft zu stellen – getreu unseres Thought-Leadership-Anspruches. Es geht darum, eine Innovationskultur zu verankern und zu leben.

Was bedeutet das für die Automobilindustrie?


“Exzellente Berater müssen die Welt von übermorgen vorausdenken können. Geprägt durch unsere Unternehmer-DNA reden wir nicht nur darüber, sondern gestalten diese Welt aktiv mit.” Dr. Engelbert Wimmer, CEO

Erinnern Sie sich noch, wie plötzlich das Handy durch das Smartphone abgelöst und der Marktführer Nokia von Apple in die Bedeutungslosigkeit katapultiert wurde? So schnell ändern sich auch die Präferenzen im Hinblick auf das Statussymbol Auto. Ein Beispiel: Mobilitätsdienste wie Car2Go (Daimler/Europcar) oder DriveNow (BMW/Sixt), die das Modell „Car-as-a-Service“ verfolgen, erleben seit Jahren einen beachtlichen Aufschwung, gerade in größeren Städten. Car2Go hat weltweit 2,4 Millionen Kunden, der Carsharing-Service wird mittlerweile in 26 Städten in acht Ländern angeboten. 50 Millionen Fahrten haben seit der Gründung in 2008 stattgefunden, allein im ersten Quartal 2017 sind die Buchungen im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent angestiegen.

Der Trend geht ganz klar vom Besitzen zum Nutzen – mit dramatischen Folgen für die Autohersteller. Umfragen haben ergeben, dass 75 Prozent der Europäer einen Car-Sharing-Dienst nutzen möchten. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 25 Prozent der Fahrten in den USA durch autonom fahrende Car-Sharing-Fahrzeuge übernommen werden – und 400 Millionen Menschen weltweit solche selbstfahrenden Roboterfahrzeuge statt des eigenen Autos im „Pay-per-Use-Modell“ nutzen werden. Autonom fahrende Roboterautos werden die ultimative Form der Mobilität in Bezug auf Freiheit, Verfügbarkeit, Bequemlichkeit und Kosten. Und dann verhält es sich wie beim Fliegen: fast keinen Kunden interessiert es, ob er gerade in einer Boeing 747-8 Intercontinental oder einem Airbus A350 von A nach B kommt – Hauptsache der Service und die Experience des Fluganbieters sind herausragend. Die Beispiele für den Mindset-, Technologie- und Konsumenten-Wandel lassen sich beliebig fortsetzen, würden diesen Artikelrahmen aber sprengen. Sie machen allerdings eines sehr deutlich: Wenn die Automobilindustrie nicht jetzt mit Vollgas die unternehmensinterne Transformation angeht, um diese Entwicklungen orchestrieren zu können, wird sie von außen überrollt werden.

e&Co. AG
Als „Architekten des Wandels” begleiten die Berater von e&Co. ihre Klienten sowohl konzeptionell als auch bei der Umsetzung von innovativen Lösungen für die Automobil- und Mobilitätsindustrie. Unter der Devise „enabling value” agiert die unternehmerische Management-Beratung als Industrie-Vordenker und -Gestalter, insbesondere bei der digitalen Transformation. www.eandco.com