Faszination Transaction Services: Partner Tobias Hartz „geht aufs Ganze“ bei Simon-Kucher

Tobias Hartz: „Was ich an junge Consultants weitergeben möchte: Erlaubt euch, Fehler zu machen – aber macht nicht mehrfach den gleichen.” Bild: Heiko Richard

Tobias Hartz: „Was ich an junge Consultants weitergeben möchte: Erlaubt euch, Fehler zu machen – aber macht nicht mehrfach den gleichen.” Bild: Heiko Richard

Partner Tobias Hartz „geht aufs Ganze“ bei Simon-Kucher

Von Wachstum und Work-Life-Balance: Anfang 2022 ist Tobias Hartz als Partner bei Simon-Kucher eingestiegen. Warum hat er sich ausgerechnet für den Bereich Transaction Services entschieden? Wie hat er den Weg ins Unternehmen gefunden? Und was unterscheidet Simon-Kucher von anderen Unternehmensberatungen? Das und mehr erzählt Tobias im Interview mit junior //consultant.

Hallo, Tobias! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns über deine Arbeit und deine Erfahrungen bei Simon-Kucher zu sprechen. Kannst du uns zunächst etwas mehr darüber verraten, wann und wie du ins Unternehmen gefunden hast?

Mein Einstieg bei Simon-Kucher erfolgte zum Jahresbeginn 2022. In der Beratung tätig bin ich, von einigen Unterbrechungen abgesehen, allerdings schon seit zwölf Jahren. Etwa die Hälfte dieser Zeit habe ich mich ausschließlich mit dem Bereich Transaction Services und Private Equity befasst. Ein Thema, das wir später sicher noch etwas genauer ausführen werden.


Die große Relevanz und die steigende Nachfrage sorgen dafür, dass das Angebot für Beratungsleistungen im Bereich Private Equity und Commercial Due Diligence sehr stark wächst


Während dieses Segment von den meis­ten Beratungen früher eher stiefmütterlich behandelt wurde, haben inzwischen fast alle die große Relevanz dieses Angebots erkannt. Dieser Umstand und die steigende Nachfrage sorgen dafür, dass das Angebot für Beratungsleistungen im Bereich Private Equity und Commercial Due Diligence sehr stark wächst. Demzufolge werden auch entsprechend spezialisierte Partner verstärkt nachgefragt.

Dieses gestiegene Interesse äußerte sich im letzten Jahr dann konkret in einem Angebot von Simon-Kucher – und traf damit erfreulicherweise auf meinen Wunsch nach beruflicher Veränderung. Ich kannte das Unternehmen schon lange und pflegte außerdem enge Kontakte zu einigen Partnern, die dort bereits arbeiteten und von Anfang an nur Gutes zu berichten hatten.

Schnell stand fest: Das sehe ich mir einmal genauer an. In den darauffolgenden Gesprächen konnte Simon-Kucher in allen für mich relevanten Dimensionen klar überzeugen – von sehr großem Gestaltungsspielraum bis hin zur Unternehmenskultur, von der ich sofort einen enorm guten Eindruck gewonnen habe. Bisher wurden wirklich alle meine Erwartungen erfüllt und die Dinge entwickeln sich rasant. Ich bin sehr happy und gespannt, was wir als wachsendes Team in Zukunft gemeinsam erreichen werden.

Es wurde von dir ja bereits angerissen: Du bist im Bereich Transaction Services und Private Equity beschäftigt. Wenn dich jemand nach deinem Job fragt, dann sagst du …

… dass ich diese beiden Bereiche am besten getrennt voneinander erläutere. Transaction Services ist zunächst einmal die Beratung von Investoren – zum Beispiel Private Equity Funds oder anderen Unternehmen – bei der Durchführung eines Unternehmenskaufs. Dabei unterstützt man als Berater entweder die Verkäufer- oder die Käuferseite. Agiert man für die „Sell Side“, kreiert man in der Regel eine Art neutralen Katalog zum Unternehmen und Faktoren wie Markt­umfeld, Wettbewerb und so weiter.

Auf der „Buy Side“ hingegen prüft man – ebenfalls aus der Perspektive eines unparteiischen Dritten – die Angaben des Verkäufers zum Unternehmen und alle weiteren relevanten Umstände sehr genau.

Das Kernprodukt der Transaction Services in der Strategieberatung ist die Commercial Due Diligence, also die Ermittlung der Wachstumsaussichten eines Unternehmens. Daneben gibt es noch weitere Themen wie zum Beispiel Target Search, also die Suche nach Unternehmen, die man kaufen könnte. Private Equity zum Zweiten bezieht sich auf die Beratung von Private Equity-Unternehmen als eigenständige Indus­trie, mit eigenen, typischen Fragestellungen und Bedarfen.


Faszinierend für mich ist, dass es dabei immer „ums Ganze“ geht. Der Kauf beziehungsweise Verkauf eines Unternehmens stellt einen entscheidenden Moment dar


Warum ist es denn ausgerechnet dieser Bereich geworden? Was fasziniert dich daran?

Häufig ist es so, dass man als Consultant in einen Bereich irgendwie hereinrutscht. Ich persönlich glaube, dass du ein Thema langfristig nur dann erfolgreich und auf hohem Niveau bearbeiten kannst, wenn dieses dich ernsthaft interessiert und bewegt. In meinem Fall ist es so, dass ich das Thema Unternehmenskauf schon immer spannend fand und mich bereits im Studium auf Private Equity spezialisiert habe.

Faszinierend für mich ist, dass es dabei immer „ums Ganze“ geht. Der Kauf beziehungsweise Verkauf eines Unternehmens stellt einen entscheidenden Moment dar. Zum einen für den Unternehmer, der verkauft – zum anderen aber auch für den Investor, der erwirbt. Für beide Seiten ist das eine Entscheidung von enormer Tragweite. Nicht zuletzt wegen der hohen Geldsummen, die dabei fließen. Und genau das macht für mich den Reiz aus.

Wenn wir nun etwas herauszoomen und den Blick auf das Unternehmen ausweiten: Was unterscheidet Simon-Kucher von anderen? Was reizt dich am Unternehmen?

Zunächst ist es meine Arbeit im Bereich Transaction Services und Private Equity (TSPE) selbst. TSPE stellt für Simon-Kucher ganz klar eine strategische Priorität dar. Die vorhandenen Fähigkeiten werden dazu in einer eigenständigen Practice konsolidiert. Außerdem wächst unser Spezialistenteam rasant. An einem solchen Wachstumsthema mit so hohem strategischem Stellenwert mitwirken zu können, ist einfach unglaublich spannend.

Einen weiteren Unterschied macht die Firmenkultur, die vor allem von Simon-Kuchers klarem Fokus auf Wachstum geprägt ist. Ich denke, Beratungen, die ihren Blick primär auf Kosten- und Effizienzoptimierung richten, werden auch bei inneren Prozessen und Strukturen vorrangig darauf schauen. Beratungen wie Simon-Kucher hingegen, die auf Wachstum setzen, visieren dieses auch intern an. Zu schätzen weiß ich außerdem die Offenheit der Kommunikation, die ich als deutlich verbindlicher und direkter empfinde als in manch anderem Unternehmen.

Und als letzten Aspekt der Firmenkultur: die „Mitarbeiter-Nachhaltigkeit“. Damit meine ich, dass man hier langfristig arbeiten kann, ohne sich im Job völlig aufzureiben. Das hat sicherlich mit dem ernsthaften Anspruch zu tun, die Anforderungen des Unternehmens mit den Wünschen der Mitarbeiter in Einklang zu bringen.

Was sind die größten Herausforderungen, die du in deiner Karriere bisher bewältigen musstest beziehungsweise die dir im Alltag oft begegnen?

Für mich gibt es zwei Kernherausforderungen. Die eine betrifft die klassische Work-Life-Balance: ein konstant hohes Niveau bei der Arbeit, die man leistet, zu halten, ohne aber dabei Familie, Freunde und andere private Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Das ist eine Herausforderung, die wohl jeder Consultant kennt. Es ist also wichtig, für sich eine Methode zu finden, die ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben sicherstellt. Und auch überhaupt erstmal zu realisieren, dass das eine relevante Hürde ist.


Wir haben einen Katalog an besonderen Freiräumen, Dos und Don’ts entwickelt, die eine positive Verbindung zwischen Arbeit und Privatleben erlauben


Gerade im Bereich Transaction Services ist da einiges an Geschick gefordert. Denn die Kehrseite von „Es geht ums Ganze“ bedeutet auch, dass jede Stunde zählt. Diese Tatsache dann wiederum in Einklang mit dem üblichen Rhythmus des Privatlebens zu bringen, ist nicht immer einfach – aber machbar.

Mein Team und ich haben uns im Hinblick darauf zusammengesetzt und die Herausforderungen für jeden Einzelnen genau betrachtet. So haben wir einen Katalog an besonderen Freiräumen, Dos und Don’ts entwickelt, die eine positive Verbindung zwischen Arbeit und Privatleben erlauben und die man woanders in dieser Form sicherlich nicht hat. Das gehört meiner Ansicht nach zu einem der Alleinstellungsmerkmale der TSPE Practice von Simon-Kucher.

Die zweite Herausforderung betrifft das Suchen und Finden der richtigen Leute. Wer passt in unser Team? Wie holen wir die Richtigen an Bord? Und vor allem: Wie halten wir sie? Anfragen bekommen wir reichlich; das Team wächst jeden Monat und wird sich bis Jahresende nochmals verdoppeln. Die Challenge besteht vor allem darin, genug Zeit bereitzustellen, um sich wirklich jedes Profil und jeden Menschen genau anzusehen und auch Fragen ausführlich zu beantworten.

Auf welche (Projekt-) Erfolge bist du besonders stolz?

Stolz bin ich immer dann, wenn sich ein Kunde mit unserer Unterstützung beim in der Regel kompetitiven Unternehmenskauf durchsetzen konnte. Das ist jedes Mal ein Riesenerfolg. Aber auch wenn wir vor Fehlentscheidungen erfolg­reich warnen konnten, bin ich happy. Darüber hinaus ist es toll, Team-Strukturen zu schaffen, die es jedem Einzelnen ermöglichen, seinen Job gut und nachhaltig zu machen.

Aktuell arbeiten wir an einer internen Plattform, auf der wir all die Tools bündeln, die unseren Due Diligence-Teams ihre wesentliche Arbeit erleichtern. Indem wir essenzielle Hilfsmittel und Helfer identifizieren und zur Verfügung stellen, verschaffen wir dem Team automatisch mehr Zeit für die Dinge, auf die es wirklich ankommt. Um ein Beispiel zu nennen: Das Führen von Experteninterviews gehört in der Due Diligence zum täglichen Brot. Während Transkripte dieser Interviews früher noch händisch angefertigt wurden, passiert das heutzutage softwaregestützt. Das erlaubt es den Mitarbeitern, ihre Zeit und Energie in die wirklich ausschlaggebenden Aufgaben zu stecken. Daran zu arbeiten und zu sehen, wie ein Team stetig besser wird, verbuche ich ebenfalls als maßgeblichen Erfolg.

Was ist der beste Ratschlag, den du erhalten hast – und welchen Ratschlag würdest du anderen geben, die ebenfalls ins Consulting einsteigen möchten?

Ich war zu einer Zeit Junior-Berater, in der leider weniger Ratschläge erteilt, dafür aber gerne Ansagen gemacht wurden. Im Laufe der Zeit habe ich meine eigenen Lehren aus Situationen gezogen. Was ich an junge Consultants weitergeben möchte: Erlaubt euch, Fehler zu machen – aber macht nicht mehrfach den gleichen.

Eine Zeit lang war in der Beratung der Begriff „Zero-Mistake-Policy“ in aller Munde. Was ich davon halte, sollte anhand meines Ratschlags klar geworden sein. Natürlich darf nichts, was den Kunden erreicht, Fehler enthalten. Was aber den Prozess der Analyse und internen Arbeiten betrifft: Wer keine Fehler macht, kann nicht lernen und demnach nicht wachsen.

Mache es also so gut wie du kannst und hole dir Unterstützung. Wenn dir dann doch ein Fehler unterläuft, lerne daraus und mache es beim nächsten Mal besser. Fehlerfreiheit ist unrealistisch, unmenschlich und die Forderung danach erzeugt einen Druck, der Kreativität behindert. In diesem Punkt liegt eine weitere Stärke Simon-Kuchers. Die leider vielerorts gestiftete Motivation durch Angst – Stichwort „up or out“ – gibt es hier nicht. Simon-Kucher pflegt eine Kultur der Möglichkeiten. Pack die Dinge einfach an – und du kannst etwas bewirken.


Tobias Hartz, Simon-Kucher & Partners

Bild: Heiko Richard

Tobias Hartz, Simon-Kucher & Partners
Tobias Hartz ist Anfang 2022 als Partner im Bereich Transaction Services und Private Equity bei Simon-Kucher & Partners eingestiegen. Tobias besitzt einen Masterabschluss in European Business von der ESCP Europe (Berlin und London) sowie einen LL.B. von der Bucerius Law School (Hamburg und Auslandsaufenthalt in New York). Er hat in Großbritannien und weiteren Ländern Europas, in China, Brasilien und den USA gearbeitet und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen M&A, Wertschöpfung und Unternehmensstrategie.