Einmal Australien und zurück: Weltweit beraten bei Simon-Kucher

Die Hemisphäre, aber nicht den Arbeitgeber gewechselt: Frederick Marczyk an der Küste von Australien

Die Hemisphäre, aber nicht den Arbeitgeber gewechselt: Frederick Marczyk an der Küste von Australien

Office-Rotation bei Simon-Kucher & Partners: Frederick Marczyk wechselte von Köln nach Sydney in Australien

Bereits kurz nach seinem Abitur verliebte sich Frederick Marczyk in Australien und verbrachte auch einen Teil seines Studiums dort. Als er dann als Senior Consultant bei Simon-Kucher & Partners von dem firmeninternen Rotation-Programm erfuhr, war klar: Das ist die Chance, zurückzukehren. Hier ist der Erfahrungsbericht des 29-Jährigen.

Ich bin seit 2016 bei Simon-Kucher, nachdem ich hier 2015 ein tolles Praktikum absolviert habe. Besonders die Menschen und die Unternehmenskultur haben mich begeistert, denn jeder ist sehr hilfsbereit und man ist oft direkt auf einer Wellenlänge. Das ist eine gute gemeinsame Basis, um auch außerhalb der Arbeit etwas zu unternehmen. Viele der Kollegen sind mittlerweile gute Freunde geworden.

Zum ersten Mal bin ich nach dem Abitur für neun Monate nach Neuseeland und Australien gereist und bei dieser Gelegenheit habe ich mich einfach direkt in „Down Under“ verliebt. Das war dann auch der Grund, für mein Master-Studium nach Sydney zurückzukehren. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit – praktisch habe ich die gesamten sechs Monate dort am Strand verbracht. Und ich wusste sofort: Hierhin muss ich unbedingt nochmal zurück. Als ich dann bei Simon-Kucher gearbeitet habe, habe ich an unserem Rotation-Programm teilgenommen und bin im Zuge dessen für vier Monate ab August 2019 von Köln nach Sydney gewechselt.

Abgesehen von meiner Begeisterung für das Land war das wesentliche Ziel natürlich auch, durch den Standortwechsel ein wenig Abwechslung reinzubringen, neue Kollegen kennenzulernen, neue Kunden zu treffen und einfach generell viel Neues lernen. Spoiler alert: Das ist auch wirklich gut gelungen!


Ich habe erlebt, wie viel man von Kollegen mit anderen Perspektiven und Herangehensweisen lernen kann

Frederick Marczyk, Simon-Kucher & Partners


Meine Arbeit in Sydney hat sich in wesentlichen Aspekten von meinen bisherigen Erfahrungen unterschieden: In Köln bin ich im Bereich für Software, Internet und Medien spezialisiert. Da unser Büro in Sydney aber etwas kleiner ist, gibt es eine derart klare Zuteilung zu bestimmten Industrien nicht – jeder baut sich mehrere Standbeine auf. So konnte ich meine Erfahrungen im Konsumgüterbereich ausweiten und habe dort in den vier Monaten an drei Projekten gearbeitet.

Dabei war ein besonderes Highlight, mit den Kollegen in Sydney zu arbeiten. Wir waren ein echt gutes Team, was sich super eingespielt hat und ich habe dort alle sehr liebgewonnen. Das Büro in Sydney hat die Tradition, jeden Freitag ein gemeinsames Frühstück abzuhalten, bei dem jeder erzählt, woran er gerade arbeitet. Das bringt das Team unglaublich eng zusammen. Zudem haben wir viel gemeinsam unternommen, zum Beispiel eine Bootsfahrt zum Melbourne Cup, einen Abend im Escape Room, einen Nachmittag beim Lawn Bowling – das ist ein typisches Aussie-Spiel – und noch viel mehr.

Wiederholungstäter in Sachen Australien: Frederick Marczyk

Wiederholungstäter in Sachen Australien: Frederick Marczyk

Auch im Arbeitsalltag war der Austausch untereinander toll. Ich konnte den jungen Kollegen dort mit meiner Erfahrung aus Deutschland weiterhelfen, dafür haben mich auch zahlreiche Leute bei anderen Dingen an die Hand genommen. Ich habe wirklich erlebt, wie viel man von Kollegen mit anderen Perspektiven und Herangehensweisen lernen kann.

Grundsätzlich ist die Arbeit eines Unternehmensberaters in Australien sehr ähnlich zu der in Deutschland – allerdings liegt dort ein größerer Fokus auf dem Thema Work-Life-Balance. Abends mal Sport zu machen oder ein gemeinsames Dinner mit Freunden zu unternehmen hat einen unglaublich hohen Stellenwert. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Menschen dort umgeben sind von wunderschöner Natur und Stränden, die in kürzester Zeit erreichbar sind. Da wirkte ein Wochenende fast wie ein Urlaub, wenn ich mich am Strand mit Surfen oder Beachvolleyball ausgetobt habe oder Ausflüge in die Nationalparks unternommen habe.


Das ein oder andere To Do wird schon einmal auf den nächsten Tag verschoben – das macht den Alltag sehr entspannt, sorgt aber auch für ein gewisses Maß an Unverbindlichkeit

Frederick Marczyk, Simon-Kucher & Partners


Und vor allem sind die Menschen dort anders als hier in Deutschland, was mir (fast immer) gut gefallen hat: Die Australier sind oft sehr sportlich und „outdoorsy“, das heißt sie verbringen viel Zeit mit Aktivitäten an der frischen Luft, machen regelmäßig Morgen- oder Abendsport und Wanderungen und vieles mehr. Das geht so weit, dass selbst im Alltag im Supermarkt oder in der Stadt Leute in Sportklamotten rumlaufen. Das mitzubekommen hat dann auch bei mir sehr motivierend gewirkt, viel Sport zu machen.

Zudem sind die Australier sehr offen und lässig. Gegenüber Fremden sind sie meist sehr interessiert, und als „Freund von einem Freund“ ist man immer gerne bei Aktivitäten oder Partys gesehen. Die Australier nehmen sich selbst auch nicht so ernst und verschieben gerne mal das ein oder andere To Do auf den nächsten Tag. Das macht den Alltag einfach sehr entspannt. Allerdings ist es auch so, dass dadurch ein gewisses Maß an Unverbindlichkeit entsteht. Oftmals wurden mir spontan Verabredungen abgesagt, obwohl sie schon lange im Voraus geplant waren, das war ärgerlich. Trotzdem: Die hohe Lebensqualität merkt man in Australien täglich an den zufriedenen, lächelnden Gesichtern in der Stadt. Diese positive Einstellung versuche ich auch weiterhin in Deutschland in meinen Alltag zu integrieren.


Ich war bereits zum dritten mal in Australien – länger oder für immer in Sydney zu leben kann ich mir gut vorstellen

Frederick Marczyk, Simon-Kucher & Partners


Warum ich nach der Rotation nicht einfach dort geblieben bin? Manchmal frage ich mich das selbst. Australien ist ein tolles Land, nicht nur wegen der Natur sondern auch wegen den Menschen. Ich habe mich dort immer wohlgefühlt, deshalb war ich ja auch bereits drei Mal da. Nach meinem Master-Abschluss wollte ich auch unbedingt meinen ersten Job in Australien anfangen. Einige meiner Freunde aus der Uni in Sydney haben das auch gemacht. Daher war es jetzt auch toll, dort wieder hin zurückzukehren, um an bestehenden Freundschaften anzuknüpfen.

Länger oder für immer in Sydney zu leben kann ich mir auch gut vorstellen. Allerdings habe ich mir in den vergangenen Jahren ja auch eine Basis in Deutschland aufgebaut, ich habe hier Familie und Freunde, die ich aufgrund der Distanz dann leider weniger sehen würde.


Frederick Marczyk, Simon-Kucher & Partners

Frederick Marczyk, Simon-Kucher & Partners
Frederick Marczyk, 29, aus Köln arbeitet seit 2016 als Senior Consultant bei Simon-Kucher & Partners. Vor dem Eintritt in die Unternehmensberatung studierte Frederick International Management/CEMS mit dem Ziel des Master-Abschlusses an der Rotterdam School of Management und der University of Sydney Business School. Während seines Bachelor-Studiums verbrachte er ein Auslandssemester in Kanada an der Schulich School of Business. Weitere Auslandserfahrungen sammelte Frederick als Lehrer und Betreuer in Taiwan und China. Seine Hobbys sind Reisen, Snowboarden, Surfen, Kino-Filme und Fotografieren.