Weiterbildung im Consulting: MBA im Leave bei BCG

Sportmanager mit ausgeprägtem Schuhtick – und Berater bei BCG in München: Moritz Fries

Sportmanager mit ausgeprägtem Schuhtick – und Berater bei BCG in München: Moritz Fries

Gegangen, um zu bleiben: Moritz Fries stieg als Bachelor bei BCG ein und absolvierte im Leave ein MBA-Programm in London

Studium der Sportmanagement und -kommunikation, Einstieg als Bachelor und nun im Leave als junger Familienvater den MBA gemacht. Moritz Fries steht prototypisch für ein sich gewandeltes Beraterbild und neue Wege in einen Traumjob. Im Interview erzählt er über Ein- und Ausstiege und seine ganz persönliche Sicht auf die Branche und seinen Arbeitgeber BCG.

Wenn ich raten darf: Als Sie angefangen haben zu studieren, hatten Sie nicht unbedingt das Berufsziel Consultant …

Klar, mit meinem Studium in Sportmanagement und -kommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln bin ich ein absoluter „Exot“ bei BCG. Da das Thema Unternehmensberatung an meiner Uni kaum präsent war, bin ich erst spät mit der Branche in Berührung gekommen. Um ehrlich zu sein, wusste ich bis kurz vor meinem Praktikum nicht, was Unternehmensberatungen tun, geschweige denn, welche Firma am besten zu mir passen würde.

Wie kam es dann überhaupt zu diesem Praktikum?

Auf die Branche aufmerksam geworden bin ich während meines Auslandspraktikums bei Mercedes-Benz in Peking. Eine Praktikantenkollegin fing damals bei BCG an und ich habe sie und ihre Kollegen während des Einstiegstrainings in Köln getroffen. Ich wusste sofort, dass die BCG-Kultur und die Leute, die ich kennenlernen durfte, hundertprozentig zu mir passen würden und habe mich daraufhin direkt beworben. Hauptsächlich reizte mich die Chance, in kurzer Zeit viele Industrien kennenzulernen und viel branchenübergreifendes „Handwerk“ zu erlernen.

Das Faszinierende an der Beratung ist die Vielfalt der täglichen Herausforderungen – seien sie intellektuell, um die besten Lösungen für einen Kunden zu finden, oder auch menschlich im Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten auf Team- und Kundenseite. Ich lerne jeden Tag von meinen Teammitgliedern, egal ob Partner oder Praktikant, sogar noch nach fast sechs Jahren. Zudem bin ich begeistert von der Art und Weise, wie wir bei BCG mit den Kunden zusammenarbeiten. Jeder Berater hat vom ersten Tag an einen Gegenpart auf Kundenseite, mit dem er sehr eng zusammenarbeitet und gemeinsam Lösungen entwickelt. Das ist aus meiner Sicht unglaublich wichtig, um die Projektfortschritte nachhaltig in der Organisation zu verankern, nachdem das BCG-Engagement abgeschlossen ist.


Am Ende des Praktikums bekam ich das Angebot für eine Festanstellung – und musste nicht zweimal überlegen

Moritz Fries, BCG


Und wie und wann sind Sie dann eigentlich zu BCG gekommen?

Vor meinem Festeinstieg habe ich 2012 ein dreimonatiges Praktikum bei BCG in Düsseldorf absolviert. Das Praktikum war für mich die ideale Chance, mit meiner Arbeit zu überzeugen und gleichzeitig die Industrie und „BCG-DNA“ kennenzulernen. Am Ende des Projekts, in dem wir eine LKW-Modellfabrik aufgebaut haben, um Kunden die Prinzipien des Lean Managements, also der schlanken Produktion, näher zu bringen, bekam ich das Angebot für eine Festanstellung und musste nicht zweimal überlegen. Direkt einen Monat später, im Januar 2013, habe ich dann als „Junior Associate“ im Münchner BCG-Büro angefangen.

Wie verliefen die ersten Wochen bei BCG?

Zum Einstieg bei BCG habe ich zunächst ein vierwöchiges Training erhalten, um die Grundsätze der Beratungsarbeit zu verstehen – von den technischen Tools bis hin zu den typischen Herausforderungen des Alltags. In dieser Zeit habe ich auch viele Kollegen und mittlerweile langjährige Freunde kennengelernt.

Danach ging es auf das erste Projekt. Ich hatte das Glück, in ein echt tolles Team zu kommen, das mich an die Hand nahm und mich gleichzeitig forderte und förderte. Auch der Kunde, ein Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche, war klasse. Unsere Aufgabe war es, die Zufriedenheit der Kunden mit dem Kundendienst zu verbessern. Mich als Einsteiger forderte es besonders, meine Demut zu überwinden, um einem smarten CEO und seinem Vorstand sinnvolle Ratschläge geben zu können.

Sie sind gerade frisch aus dem Leave zurück. Wie kam es dazu?

Bei BCG gibt es verschiedene Leave-Arten. In meinem Fall habe ich einen „Educational Leave of Absence“ genommen, der für Master-, MBA-, oder Doktoranden-Programme bestimmt ist. Zudem gibt es den regulären „Leave of Absence“, den jeder Berater einmal jährlich nehmen kann, um sich bis zu acht Wochen lang persönlichen Projekten zu widmen.

Und Sie haben im Leave den MBA gemacht? Wie lief das in Ihrem Fall genau?

Als „Junior Associate“ kann man bei BCG mit einem Bachelor-Abschluss anfangen, muss aber später seinen Master oder MBA nachholen. So konnte ich direkt in den Job einsteigen und habe nach vier Jahren eine Pause bekommen, um einen von BCG geförderten MBA zu machen. Das war für mich ein weiterer Grund, zu BCG zu gehen.

Wo haben Sie den MBA gemacht?

Da unser Sohn bereits im Anmarsch war, wollte ich in Europa bleiben und habe mich für ein zweijähriges Programm an der London Business School entschieden.

Moritz Fries und sein einjähriger Sohn: In Zukunft wird es weitere Auszeiten geben, um gemeinsam die Welt zu erkunden.

Moritz Fries und sein einjähriger Sohn: In Zukunft wird es weitere Auszeiten geben,
um gemeinsam die Welt zu erkunden.

Inwiefern unterstützt BCG Sie während des Leaves – finanziell und immateriell?

Ich wurde finanziell unterstützt, was einen Großteil meiner Studiengebühren in London ausmachte, und habe natürlich auch weiterhin vom BCG-Netzwerk profitiert. Sprich, ich hatte immer noch regelmäßigen Kontakt zu meinem Career Advisor in München und vielen Kolleginnen und Kollegen. Außerdem war ich sehr stark ins Londoner Büro eingebunden und habe hier tatkräftig beim Recruiting unterstützt.

Es gibt auch andere Dinge, die man während eines Leaves machen kann – sich sozial engagieren, ein Projekt umsetzen, ein Start-up gründen, ein halbes Jahr durch Patagonien laufen – was würde Sie noch reizen?

Alles davon. Und mein MBA war die ideale Chance, all das gleichzeitig zu versuchen: Ich war für ein Uni-Projekt in Myanmar, wo wir kleine Start-Ups dabei unterstützt haben, in einem jungen Markt mit wenig Kapital zu bestehen. Die Zeit habe ich natürlich auch genutzt, um dieses wundervolle Land kennen zu lernen. Zudem habe ich zusammen mit einem Studienfreund den „Art & Business Club“ der LBS geleitet und zwei tolle Konferenzen auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit einer Studienfreundin habe ich außerdem in die Start-Up-Welt reingeschnuppert und eine soziale Geschäftsidee für die Luxusbranche getestet. In Zukunft möchte ich natürlich weitere Auszeiten nehmen, um mit meiner Familie die Welt zu erkunden.


Moritz Fries, BCG

Moritz Fries ist 30 Jahre alt und wohnt derzeit mit Freundin und gemeinsamem Sohn in München. Nach dem Abitur hat Fries an der Deutschen Sporthochschule Köln Sportmanagement und -kommunikation studiert und ein einjähriges Praktikum bei Mercedes-Benz in Stuttgart und Peking absolviert. In den vergangenen zwei Jahren hat er seinen MBA an der London Business School gemacht. Fries interessiert sich für Kunst, Musik und Mode und verbringt möglichst viel Zeit mit seiner Familie.