„Studentische Berater wollen die Zukunft verändern und fordern den Status Quo heraus!”

Nachwuchsberater im Profil

In dieser Rubrik stellen sich regelmäßig Vertreter studentischer Unternehmensberatungen vor: Was sie an ihrer ­Arbeit fasziniert, welche Erfahrungen sie machen und was sie sich für ihre berufliche Zukunft vorstellen. Diesmal: Alexander Pfaffenrot von der Hochschule Darmstadt

49 Jahre gibt es die Idee der Studentischen Unternehmensberatung, 24 Jahre JADE und 24 Jahre BDSU. Das nächste Jahr ist voller Jubiläen für die Studentischen Unternehmensberater. Aber was macht die Idee so erfolgreich, dass sich Studenten ihr seit fast einem halben Jahrhundert ehrenamtlich widmen?

Für mich begann die Reise im November 2012 in Bielefeld. Nachdem ich den Bewerbungsprozess der dort ansässigen studentischen Unternehmensberatung STUNT e.V. erfolgreich durchlaufen habe, melde ich mich direkt für die ersten nationalen und internationalen Treffen an. Hunderte studentische Berater aus verschiedensten Ländern und Vereinen kamen zusammen, um Kontakte zu knüpfen und sich weiterzubilden. Schnell begriff ich, dass die Hintergründe und Einstellungen der verschiedenen Studentischen Unternehmensberater sehr verschieden sind. Und genau dies hat mich vom ersten Augenblick so fasziniert und bewegt mehr Zeit in die Idee zu investieren.

Im Juli 2013 wurde ich bei STUNT e.V. für ein Jahr zum Vorstandsvorsitzenden, dem Vorstand Kundenmanagement gewählt. Dieses Jahr hatte einen sehr großen Beitrag zu meiner persönlichen Entwicklung. Neben dem strukturellen Lösen von Problemen, lernte ich vor allem im Team zu arbeiten und zielgerichtet zu kommunizieren. Diese Fähigkeiten konnte ich ab April 2015 als 2. Vorsitzender, Vorstand Unternehmenskontakte, im BDSU e.V. weiter ausbauen. Die größte Herausforderung für mich an dieser Tätigkeit war es, in einem Team zusammen zu arbeiten, welches über ganz Deutschland verstreut war. Aufgaben zu koordinieren und Absprachen zu treffen, waren komplexer als auf regionaler Ebene, wo man sich jeden Tag sieht. Motiviert verabschiedeten ich und mein Team uns von dem nationalen Verband und widmeten unsere Zeit anderen Dingen. Für mich war es der Dachverband auf europäischer Ebene, der JADE. Auch hier arbeitete ich als Project Manager wieder mit Unternehmen zusammen. Das spannende hieran jedoch war, das Arbeiten und Leben mit Leuten aus der ganzen Welt in einem Haus in Brüssel.

Mit dem anstehenden Studiumsabschluss und dem Ausstieg aus der studentischen Unternehmensberatung kann ich auf eine spannende Zeit zurückblicken. Um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen, warum sich Studenten seit mehreren Jahrzehnten engagieren, wäre meine persönliche Antwort: Weil Sie sich selbst entdecken können. Die wenigsten Studenten kennen ihre Stärken oder wissen, in welchen Beruf sie später einstiegen möchten. Die meisten Entscheidungen werden dann kurz vor dem Abschluss getroffen, jedoch sind sich Studenten auch hier nicht zu hundert Prozent sicher. Die Studentischen Unternehmensberatungen geben jedem Studenten die Möglichkeiten, sich in den Bereichen einzubringen in denen man interessiert ist und sich ausprobieren möchte. Studentische Berater möchten die Zukunft verändern und fordern den Status Quo heraus. Keine andere studentische Idee trägt so viel zur persönlichen Entwicklung bei wie die Idee der Studentischen Unternehmensberatung. Darum bin ich stolz, ein Teil davon zu sein.


Alexander Pfaffenrot

Jahrgang 1992 // STUNT e.V. Bielefeld, BDSU, JADE aisbl (europäischer Dachverband) // Master Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt