Das eine Projekt

Dresdner Studenten beraten Riesaer Stahlwerk

Vier Mitglieder der Studentischen Unternehmensberatung PAUL Consultants führten eine Prozessaufnahme bei den ESF Elbe-Stahlwerken Feralpi durch und legten den Grundstein für die weitere Optimierung der IT-Infrastruktur. Hier berichten sie über die Herausforderungen dieses ganz besonderen Projektes.

Philipp Junghanns studiert im achten Semester Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden. Er ist studentischer Berater bei PAUL Consultants e. V. und das nicht erst seit gestern. Seine Historie bei PAUL Consultants geht weit zurück und beinhaltet einige Meilensteine: Leiter des Ressorts Wissen & Netzwerke, Berater in fünf externen Projekten, zwei davon leitete er als Projektleiter. Ähnlich steht es bei seinen studentischen Beraterkollegen Andreas Roth, Marcel Burghardt und Tom Schulz: sieben extern erfolgreich durchgeführte Projekte, fünf intern übernommene Projekte, davon drei in der jeweiligen Funktion als Projektleiter und zwei weitere Ressortleiterschaften sowie Stabsstellenposten kommen auf die drei Berater. Vier Consultants, die in ihrer Zeit bei der studentischen Unternehmensberatung vielfach Verantwortung übernommen haben und ihr Wissen in Projekten erweitert haben.

Die Anzahl der durchgeführten Projekte dieser Studenten steht für das Kernziel von PAUL Consultants – in Projekten Aus Unternehmen Lernen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die vier erfahrenen Berater im fortgeschrittenen Stadium ihres Studiums und nach mehreren Jahren intensiven Engagements für den Verein für ein weiteres Projekt zusammenschlossen.

Der Auftrag für die vier studentischen Berater lautete, Verbesserungspotentiale innerhalb eines Unternehmens zu identifizieren und die Erarbeitung effizienterer Prozesse zu unterstützen. ERP-nahe Lösungsvorschläge sollten erarbeitet und somit transparentere und effizientere Prozessabläufe realisiert werden. Der Kunde war die ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH, die zur italienischen Feralpi-Gruppe gehört. Das Unternehmen betreibt ein Stahl- und Walzwerk im sächsischen Riesa und produziert Bewehrungsstähle für die Stahlbetonbauweise. Bei dem gemeinsamen Projekt handelte es sich um die erste Zusammenarbeit dieser Art zwischen den Elbe-Stahlwerken und PAUL Consultan

Die Herausforderung: Eingeschliffene Prozesse durch moderne IT-gestütze Arbeitsabläufe zu ersetzen

Das Riesaer Unternehmen sponsert jedoch seit Ende letzten Jahres die Mitgliedschaft des Vereins im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Der Werksdirektor der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH, Frank Jürgen Schaefer, zeigte sich begeistert von der Idee der studentischen Unternehmensberatung und entschloss sich, eben jene zu fördern. Dies umfasst für die studentischen Berater von PAUL Consultants neben Projekten auch die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren und Abschlussarbeiten zu schreiben. Auch eine Werksführung fand im Frühling diesen Jahres statt.  Die Teilnehmer der Führung erhielten dabei einen detaillierten Einblick in die Produktionsstätten der Elbe-Stahlwerke.

Im März diesen Jahres startete das Projektteam dann mit der Projektarbeit. Bis Mai 2015 leisteten sie über 45 Beratertage und füllten dabei fehlende interne Kapazitäten des Stahlherstellers auf. Projektleiter Philipp Junghanns sah die besondere Herausforderung des Projektes darin, die Bereitschaft der Abteilungen zu fördern, über Jahre eingeschliffene Prozesse durch moderne, IT-gestützte Arbeitsabläufe zu ersetzen. Die externe Sichtweise der Berater stellte sich dabei als großer Vorteil heraus, da die Abteilungen somit durch objektiv-fundierte Urteile von den Handlungsbedarfen überzeugt werden konnten, ohne fremdbestimmt Lösungen übergestülpt zu bekommen.

Der Kunde betreibt ein Stahl- und Walzwerk in Sachsen.

Mitarbeiterinterviews brachten eine vollständige Ist-Beschreibung

Das Team, bestehend aus Studenten der Fachbereiche Wirtschaftsingenieurwesen, -informatik und -wissenschaften, nahm zunächst die Prozesse in den nicht-produzierenden Abteilungen auf und erarbeitete dabei in mehreren parallelen Mitarbeiterinterviews eine vollständige Ist-Prozess-­beschreibung. Ergänzend folgte eine Soll-Prozessaufnahme beim Leiter der IT, Patrick Matzke, der dem Projektteam viele Ideen zur Prozessautomatisierung auf den Weg gab. In der folgenden Projektphase digitalisierte das Projektteam die aufgenommenen Informationen in Form von EPK-Prozessschaubildern – ereignisgesteuerte Prozessketten – und diskutierte zahlreiche Verbesserungsansätze, zu denen auch die Änderungs­ideen aus der Soll-Aufnahme zählten. &nb

„Genau, was ich gebraucht habe!” Zurück blieb ein rundum zufriedener Kunde

49 Handlungsfelder ergaben sich schließlich von Schrotteinkauf über Wareneingang bis hin zu Rechnungsprüfung und Finanzbuchhaltung. Zudem führte das Team ein Scoring der vorgeschlagenen Maßnahmen durch und bewertete diese abteilungsweise gemäß Aufwand und Nutzen, sodass eine objektive Schwerpunktsetzung ermöglicht wurde. Die so geordneten Verbesserungspotentiale wurden schließlich im Rahmen einer schriftlichen Projektdokumentation, gemäß Ist-Situation, Auswirkung und möglichen Lösungsansätzen beschrieben. Sie leiteten unter anderem Handlungsbedarfe zur Digitalisierung von Arbeitsabläufen ab und legten den Grundstein für die weitere Optimierung der IT-Infrastruktur.

Die Berater hinterließen einen ausgesprochen zufriedenen Kunden, IT-Leiter Patrick Matzke beschrieb es passend mit den Worten: „Das war genau das, was ich gebraucht habe.“ Die zügige Projektdurchführung sowie der unbelastete Blick von außen stießen sowohl beim Leiter der IT als auch bei den Mitarbeitern in den Fachabteilungen auf großen Anklang. Beide Parteien haben bereits ihr Interesse an zukünftigen Projekten zum Ausdruck gebracht.

Und auch für die vier Studenten bildete das Feralpi-Projekt einen besonderen Höhepunkt ihrer noch jungen Beraterkarriere. Durch den optimalen Einsatz ihrer jeweiligen Kernkompetenzen konnte das Projekt binnen kürzester Zeit durchgeführt werden und das zur höchsten Zufriedenheit des Kunden. Nicht zuletzt Beweis dafür, dass sich das jahrelange Engagement ausgezahlt hat und man bestens auf das nicht mehr allzu ferne Berufsleben vorbereitet ist.


PAUL Consultants e. V. 

PAUL Consultants e. V. ist ein studentischer Verein und bedeutet „in Projekten Aus Unternehmen Lernen“ und bietet die Möglichkeit, erworbenes Wissen aus der Hochschule in der Praxis anzuwenden. Der Verein  sucht laufend unternehmerisch denkende Teamplayer aus allen Studiengängen – von Wirtschaftswissenschaftlern, über Psychologen und Ingenieuren bis hin zu Informatikern.

Mehr unter www.paul-consultants.de