Erfolgsmodell Carsharing

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Die Elektromobilität war das vorherrschende Thema im Segment der Automobilhersteller in den vergangenen Jahren. Anfangs eher noch dafür verwendet, dem Konzern ein grüneres Image zu verpassen und daher als reine Konzepte präsentiert, tummeln sich nun schon zahlreiche Modelle mit elektrischen Antrieben auf dem Markt. Neben der Elektromobilität hat auch das Thema Car-Sharing in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Junge Start-ups wie Tamyca, aber auch namhafte Automobilhersteller wie BMW bieten mittlerweile Plattformen an, die es möglich machen, jederzeit auf einen Fuhrpark in verschiedenen Städten zuzugreifen.

Wir, als studentische Unternehmensberatung aixsolution e. V. in Aachen, träumen daher von einem Projekt, welches sich mit der Konzeption, der Vermarktung und damit der Verbreitung der Elektromobilität, beginnend im Aachener Raum, beschäftigt. Wir würden dabei gerne die Elektromobilität mit dem Car-Sharing verbinden. Unser Ziel wäre es, eine Car­sharing-Plattform zu konzeptionieren, die allein durch Elektroautos bedient wird und somit die Stadt Aachen und ihre Umgebung mehr und mehr emissionsfrei gestaltet. Die Voraussetzungen sind denkbar günstig dafür. Mit der RWTH Aachen verfügen wir über eine Universität, die wie kaum eine andere in Deutschland für die Ausbildung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern steht und sehr viel in die Forschung und Entwicklung von Antriebskonzepten der Zukunft investiert.

Entwicklung eines Konzeptes 

Zunächst müssten wir einen geeigneten Partner finden, der uns mit den entsprechenden Fahrzeugen versorgen könnte. Wir würden hierbei eine Partnerschaft mit Professor Kampker anzielen, welcher bereits ein Fahrzeug mit dem Namen Streetscooter entwickelt hat und rund 20.000 Autos an die Deutsche Post verkaufen konnte. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang vor allem der günstige Preis des Autos, der in naher Zukunft bei unter 10.000 Euro liegen könnte, was vor allem den sinkenden Batteriepreisen zu verdanken ist. Mit einem strategischen Partner im Rücken, würden wir zunächst die Kundenwünsche unter die Lupe nehmen und eine umfassende Marktanalyse durchführen. Die Befragung potenzieller Kunden würde uns hinsichtlich möglicher Orte für Elektrotankstellen entscheidende Hinweise geben. Fragen nach den Hauptverkehrswegen und generellen Erwartungen würden sicherlich auch dazugehören. Neben den Kunden gilt es natürlich, frühzeitig die Stadt Aachen und insbesondere die Stadtwerke als Energieversorger mit einzubinden. Schon heute existieren in der Stadt Tankstellen für Elektroroller. Die vorhandene Infrastruktur sollte man nutzen und entsprechend weiter ausbauen. Intensive Workshops mit den Stadtwerken könnten wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die technischen Restriktionen und die Machbarkeit einer solchen Plattform liefern.

Auf Grundlage dieser groben Analysen könnten wir dann beginnen, ein erstes Konzept zu entwickeln. In diesem könnte man erste Abschätzungen bezüglich der nötigen Fahrzeuganzahl und möglicher Standorte der Tankstellen durchführen. Außerdem würden wir notwendigerweise eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, um zu ermitteln, ob sich das Konzept letztlich für alle Beteiligten als gewinnbringend erweisen würde. Mit dem erarbeiteten Konzept würden wir dann alle Beteiligten an einen gemeinsamen Tisch holen, um im Dialog etwaige Planungsfehler unser­-erseits aufzudecken und entsprechend zu verbessern.

Beispielhafte Umsetzung 

Nach Ermittlung der benötigten Fahrzeuganzahl werden diese im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die Stadtwerke stellen die Energieversorgung sicher, indem sie an zentralen und verkehrsmäßig wichtigen Punkten entsprechende Elektrotankstellen errichten. Konkrete Standorte lassen sich dabei anhand unserer Analysen schnell ermitteln. Unsere Kunden bekommen analog zu bestehenden Angeboten mit herkömmlichen Autos einen Zugang zu den Elektrofahrzeugen per Karte und einen festen Minutenpreis. Zudem wird eine App für Smartphones bereitgestellt, die die Suche nach verfügbaren Fahrzeugen erleichtert. Da das Thema Parken in Aachen ein schwieriges ist, gilt es sich intensiv mit der Stadt auszutauschen. Möglich wäre es zum Beispiel, die Flotte der Elektrofahrzeuge mit Vignetten zu versehen und im Gegenzug einen festen Betrag an die Stadt abzuführen. Außerdem könnten aufgrund des Parkraummangels Parkplätze speziell für die Elektroautos reserviert werden oder generell zusätzlich Parkräume geschaffen werden.

Weiterentwicklung und Verbreitung der Projektergebnisse 

Unser Traumauftrag ließe sich höchstwahrscheinlich leicht auf andere Städte übertragen. Sinnvoll könnte beispielsweise die Einbindung der Berufspendler sein, welchen man zu festen Mietpreisen Elektroautos zur Verfügung stellen könnte. Diese Zielgruppe hat großes Potenzial, da sie stark auf bezahlbare Mobilität angewiesen ist.

Autor: Simon Fey
aixsolution e. V.