Karrieresprungbrett für Unternehmensberater

 Generation Y Work-Life-Balance

Gerade die anspruchsvolle Generation Y legt viel Wert auf eine gute Work-Life-Balance

Inhouse Consulting – attraktive Arbeitgeber nicht nur für Gen Y

Inhouse Consulting hat sich in vielen Konzernen fest etabliert. Mittlerweile leisten sich mehr als zwei Drittel der DAX-Unternehmen eine interne Beratungseinheit, die häufig als eigenständiges Profitcenter oder Cost Center exklusiv für den Mutterkonzern agiert. 16 Inhouse Consultancies sind im „Dichter-dran-Netzwerk“ zusammengeschlossen und pflegen hier einen regelmäßigen Austausch.

“Der Einstieg ins Inhouse Consulting ist mindestens genauso spannend wie die Arbeit in den großen externen Managementberatungen“, berichtet Georg Boudon, der seit vier Jahren bei RWE Consulting arbeitet. Der Senior Consultant aus der sogenannten „Generation Y“ hat sich ganz bewusst für eine Inhouse Beratung entschieden. „Der Job als Berater erfordert enormen Einsatz – oft auch in zeitlicher Hinsicht. Generell sollte aber neben der Arbeit auch das Leben nicht zu kurz kommen.“, spiegelt er die Erwartungen und Einstellungen der Mitte 20 bis Mitte 30-jährigen wieder.

Von ähnlichen Erfahrungen kann auch Marc Schneider berichten. Der 34-jährige PhD der BioChemie arbeitet seit drei Jahren bei Bayer Business Consulting. Auch ihm fiel die Entscheidung zugunsten einer Inhouse-Beratung leicht. „Als interner Consultant bin ich einfach dichter dran. Weil ich Teil des Bayer-Konzerns bin und diesen von innen kenne, bin ich mit den Herausforderungen und Prozessen besser vertraut, als es externe Unternehmensberater sein können. Außerdem sind Aufgaben zusammen mit meinen Kollegen an unseren Standorten zum Beispiel in China, den USA und Lateinamerika an der Tagesordnung. Internationalität war mir besonders wichtig.“

Die meisten Inhouse-Beratungen haben sich auf den Wunsch nach einer guten Work-Life-Balance eingestellt und bieten ihren Mitarbeitern von Anfang an flache Hierarchien, flexible Arbeitsmodelle sowie Verantwortung und Gestaltungsspielräume. Im Inhouse Consulting der Deutschen Bahn können sich beispielsweise alle Beraterinnen und Berater in die Weiterentwicklung der Abteilung einbringen und Kultur und Strategie mitgestalten. „Wenn ich darüber hinaus noch weitere Initiativen vorantreiben möchte, die mir am Herzen liegen, erhalte ich dafür ebenfalls Unterstützung“, berichtet Agnes Bernot, Senior Consultant bei DB Management Consulting. „Diese Gestaltungsmöglichkeiten sind mir sehr wichtig. Klasse finde ich auch die Option, einen Teil meiner Fortbildungszeit für ehrenamtliches Engagement zu nutzen“. In den Projektteams bei DB Management Consulting wird regelmäßig über die Work Life Balance gesprochen und bei Bedarf zeitnah wieder in den „grünen Bereich“ gebracht. Freitags arbeiten alle Beraterinnen und Berater regulär von Zuhause aus. Auch Sabbaticals werden häufig genutzt.

Inhouse-Consulting-Einheiten sind oft Vorreiter in der Umsetzung neuer Ideen.

Inhouse Consulting-Einheiten sind oft auch Vorreiter bei der Umsetzung moderner Führung im Mutter-Konzern. Gegenseitige Wertschätzung, individuelle Förderung und Führungskräfte, die über Zielbilder Inspiration und Anregung zur Mitgestaltung geben, sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dafür gibt es einen guten Grund. Weil Arbeitswelten, die Freiheiten zulassen, nachweislich innovativer sind und eher in der Lage, sich an veränderte Rahmenbedingungen und Wettbewerbssituationen anzupassen. Mit diesem Credo überzeugen Inhouse Consulting-Arbeitgeber übrigens nicht nur die Generation Y.

Im Inhouse werden die Führungskräfte von morgen ausgebildet.

Ein langjähriges Engagement in den internen Beratungshäusern ist derweil aber eher die Ausnahme. Das hat vor allem mit den attraktiven Karrierechancen zu tun, die insbesondere die Inhouse Consulting-Abteilungen bieten. Inhouse Consulting ist eine ausgezeichnete Startposition für spätere Führungsaufgaben im Mutterkonzern. In einigen Fällen ist es sogar erklärtes Ziel, den Managementnachwuchs auszubilden. So kommt es den Kandidaten beispielsweise zugute, dass sie vielfach über ein ausgezeichnetes Netzwerk zu Berater-Kollegen und Führungskräften verfügen – oft genug im internationalen Umfeld. Das dabei aufgebaute gegenseitige Vertrauen ist letztendlich eine gute Grundlage, um die eigene Karriere voranzutreiben. Kein Wunder also, dass viele Laufbahnen von Führungskräften und im mittleren Management in der hauseigenen Business- Consulting-Abteilung ihren Anfang genommen haben.


Autor: Clemens Wesely