Leidenschaft für Reisen und Mobilität

Erfahrungsbericht: Nora Rösch arbeitet bei DB Management Consulting

Nora Rösch, DB Management Consulting

Nora Rösch arbeitet als Consultant daran, Bahnkunden innovativ mit Informationen zu versorgen

Wie findet man heraus, ob Ideen wirklich funktionieren? Indem man sie in der Realität ausprobiert! Nora Rösch tut genau dies für DB Management Consulting, der internen Topmanagement-Beratung der Deutschen Bahn. Dort fand sie, was sie im Berufsleben suchte: Vielfalt, Herausforderungen, Abwechslung – und Mobilität.

Als ich mich nach dem Abitur für einen Studiengang entscheiden sollte, war der Berufseinstieg gedanklich noch weit weg. Statt auf eine bestimmte berufliche Perspektive hin zu planen, bin ich daher meinen Interessen gefolgt – Sprachen, fremde Kulturen, Reisen – und habe das mit „etwas Vernünftigem“ gepaart. Meine Entscheidung fiel auf den Studiengang „Internationale Betriebswirtschaft und Interkulturelle Studien“ der Hochschule Heilbronn mit Fokus auf die arabische Welt. Das Studium fand zu großen Teilen in englischer Sprache statt, daneben habe ich außerdem Französisch und Arabisch gelernt.

Schon im Studium habe ich jede Möglichkeit genutzt, zu reisen und absolvierte Auslandsstudien und -praxissemester in Palma, Kairo und Prag. Als ich mein Diplom in der Tasche hatte, hängte ich eine mehrmonatige Rucksackreise durch Südostasien an.  Längst war mir klar: Ich suche immer wieder Abwechslung, kann mich schnell auf neue Umgebungen einstellen und komme auch mit Unsicherheiten gut zurecht. Hinzu kam, dass mein generalistisches Studium mich nicht per se für eine bestimmte Fachrichtung prädestinierte, sondern vielmehr mein Interesse an Themenvielfalt gefördert hatte. Die Vorstellung, nach dem Studium direkt in eine Linienverantwortung mit hoher inhaltlicher Kontinuität einzusteigen, behagte mir daher nicht recht.

Mein generalistisches Studium prädestinierte mich nicht für eine bestimmte Fachrichtung – und ließ mir viele Wege offen

So entschied ich mich – mit viel Leidenschaft, aber ohne relevante Vorerfahrung – für einen Einstieg in die Unternehmensberatung. Verschiedene Projekte, unterschiedliche Teamkonstellationen, geografische Abwechslung und die Gewiss­heit, dass es nicht langweilig werden würde, reizten mich. Mein erster Arbeitgeber war eine kleine Beratung im Automotive-Sektor. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich so ganz ohne Branchen-Know-how oder Technologiehintergrund der Herausforderung gewachsen sein würde. Einen klassischen „Beraterlebenslauf“ hatte ich wohl eher nicht und wahrscheinlich wäre Erfahrung in der Automobilentwicklung hilfreicher gewesen als Arabischkenntnisse. Doch im Vorstellungsgespräch ergab sich die Möglichkeit, zunächst als Assistentin im Support Office einzusteigen und nebenbei meine Nase in Beratungsprojekte zu stecken. Als für alle Beteiligten klar war, dass das gut funktionierte, wechselte ich ein Jahr später ganz in die Beratung.

Meine Projekte führten mich in deutsche und internationale Automobilmetropolen, ich arbeitete an Markt- und Technologiebewertungen, Restrukturierungen, Investitionsentscheidungen und Effizienzprogrammen. Meine Rechnung von Vielseitigkeit und Abwechslung ging also auf. Eine Abstraktionsebene höher haben mich die größeren Trends wie Elektromobilität, autonomes Fahren oder intermodale Verkehrskonzepte fasziniert – und begeistern mich noch immer. Mit den Fragestellungen rund um Mobilität habe ich meine Leidenschaft, die bereits zuvor im Studium mit dem Reisen begonnen hatte, gefunden.


„Viele meiner Kollegen kommen aus den bekannten Top-Managementberatungen und ich kann enorm viel von ihnen lernen.“

Nora Rösch, DB Management Consulting


Nach fünf Jahren in meinem ersten Job  wollte ich mein Leidenschaftsthema noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Das mache ich seit März als Inhouse Consultant bei der Deutschen Bahn. Die Herausforderungen hier sind ähnlich zu denen der Fahrzeughersteller, brauchen aber ganz andere Antworten. Carsharing etwa könnte zusammen mit autonomen Fahrzeugen den PKW-Absatz bedrohen und gleichzeitig den Wettbewerbsdruck auf die öffentlichen Verkehrsmittel erhöhen. Hier kann ich auf meinen bisherigen Erfahrungsschatz zurückgreifen und Ideen aus einem neuen Blickwinkel heraus entwickeln.

Die Projektvielfalt bei DB Management Consulting – kurz: DB MC – ist enorm, denn wir beraten mit rund 70 Consultants alle Geschäftsfelder der Deutschen Bahn. Ich bin immer wieder überrascht, wie vielseitig die Projekte sind und auch wie hochkarätig. Viele meiner neuen Kollegen kommen aus den bekannten Top-Managementberatungen, haben namhafte Referenzen und hervorragende Methodenbaukästen im Gepäck – da kann ich fachlich und methodisch viel lernen.

Wir suchen nach neuen Methoden, Reisende zeitgemäß zu informieren – digital und analog

Aktuell arbeite ich zum Beispiel zum ersten Mal mit agilen Projektmanagementmethoden. Diese Methoden, die auch mit Schlagworten wie „Scrum“ oder „Design Thinking“ verbunden werden, stammen aus der IT-Entwicklung, finden aber auch in anderen Themenfeldern immer häufiger Anwendung.  An die Stelle langer Planungsphasen tritt ein schnelles Machen und Ausprobieren, ganz nach dem Motto „fail fast“. Wir nutzen agile Methoden, um Antworten auf die Frage zu finden, wie die Bahn Reisende künftig zeitgemäß informieren kann – sowohl digital als auch analog. Innerhalb sehr kurzer Zyklen von zwei bis drei Wochen erarbeiten wir neue Angebote der Reisenden-information, die sofort von Bahnkunden getestet werden. Auf diese Weise lernen wir sehr schnell, was funktioniert und was nicht. Abwechslung und Vielseitigkeit muss ich hier nicht suchen – sie sind integraler Bestandteil meiner Arbeit.

Zwar sind die meisten der Projekte in Deutschland, dennoch muss ich nicht darauf verzichten, unterwegs zu sein. Jeden Montagmorgen setze ich mich in den Zug und fahre zum Standort meines Projektes, zurzeit ist das Frankfurt am Main. Von wo aus ich starte, ist DB MC egal, daher musste ich für meinen Jobwechsel auch nicht umziehen. Inzwischen genieße ich es aber auch, einfach mal „nur“ zu Hause zu sein. Da ist es ideal, dass ich fast jeden Freitag  von zu Hause aus arbeiten kann.

Der Wechsel in eine Führungsfunktion in der Linie ist mittlerweile eine Perspektive, die ich mir vorstellen kann, doch noch ist es dafür zu früh. Der Konzern ist so groß, dass es eine Weile dauern wird, bis ich ihn in seiner Komplexität verstehen und einschätzen können werde, an welcher Stelle ich langfristig meinen Beitrag leisten möchte. Wichtig ist, dass ich bei DB MC mit meinen Leidenschaften Reisen und Mobilität in jedem Fall an der richtigen Stelle bin.


Autorin: Nora Rösch, DB Management Consulting

Nora Rösch, 33, studierte Internationale Betriebswirtschaft und Interkulturelle Studien in Deutschland, Ägypten und Tschechien. Nach fünfjähriger Tätigkeit in einer Boutique-Beratung mit Automobilschwerpunkt entschied sie sich für den Einstieg bei DB Management Consulting, der internen Topmanagement-Beratung der Deutschen Bahn.