„Wir müssen über den Tellerrand schauen“

Erfahrungsbericht Mareike Renner Cofinpro

Mareike Renner, Consultant bei Cofinpro

Erfahrungsbericht von Mareike Renner von Cofinpro

Der Berufsweg von Mareike Renner in der Finanzbranche begann ganz klassisch: Nach dem BWL-Studium stieg sie bei einer großen Privatbank ein. Nach einigen Jahren verstärkte sich der Wunsch nach persönlicher und beruflicher Veränderung. Zu starr erschienen die Hierarchien, die der Weiterentwicklung im Wege standen. In einer auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung fand sie ein neues reizvolles Betätigungsfeld und berichtet für junior//consultant über ihren Wechsel.

Es gab einen Schlüsselmoment zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn – einen Moment, in dem ich wusste, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es ist zwei bis drei Jahre her, ich arbeitete noch bei einer großen deutschen Privatbank und hatte mich neben dem Wertpapier- und Kreditgeschäft auf Baufinanzierung spezialisiert. Da kam eine junge Familie zu mir und erzählte von ihrem Traum, ein eigenes Haus zu bauen. Und ich habe ihnen mit meiner Beratung dabei geholfen, ihren Traum zu finanzieren. Dies mitzuerleben, war ein schöner Moment. Auch hat mir diese Erfahrung geholfen, bei der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro AG anzukommen.

Das Duale Studium half mir, das in der Theorie gelernte in der Praxis anzuwenden

Aber der Reihe nach. Angefangen hat alles vor sechs Jahren an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin. Durch mein duales Studium mit Fachrichtung BWL-Bank wechselte ich regelmäßig zwischen Hochschule und einer großen deutschen Privatbank – ideal, um das in der Theorie Gelernte in der Praxis anzuwenden: allgemeine betriebswirtschaftliche Fächer kombiniert mit bankspezifischen Modulen, wie Kredit- und Effektengeschäft, Investmentbanking und Geschäftspolitik der Kreditinstitute.

Weil mir der Bachelor als Abschluss nicht genügte, habe ich noch meinen Master in Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin gemacht. Ein im Nachhinein sehr guter Schritt. Denn der Umgang mit Menschen, mit ihnen zu arbeiten und zu kommunizieren, ist ein wesentlicher Bestandteil eines Unternehmensberaters. Unsere Aufgabe ist es, uns kontinuierlich mit dem Kunden auszutauschen, um Prozesse und Strukturen bis in die Tiefe zu hinterfragen und um Probleme zu analysieren.

Seit einem Jahr arbeite ich nun bei dem auf Banken spezialisierten Beratungshaus Cofinpro. Ich wollte den starren Hierarchien und der kaum vorhandenen Flexibilität einer Linienorganisation entfliehen und vorankommen – persönlich wie beruflich. Das klappte bei Cofinpro sofort: Ein mittelständisches, familiäres Unternehmen, bei dem frühe Verantwortungsübernahme, Kreativität und Eigeninitiative gefördert werden. Cofinpro berät Banken beispielsweise bei der Umsetzung von gesetzlichen Regularien. Das betrifft sowohl den Wertpapier- als auch den Kreditbereich – Themen, die ich bereits fünf Jahre bei der großen Privatbank bearbeitet hatte. Es passte einfach. So konnte ich bei Cofinpro schnell zeigen, was ich kann.

Mein erstes Projekt führte für drei Monate zu einer großen Kapitalverwaltungsgesellschaft nach Frankfurt am Main. Dabei ging es um Exchange Traded Funds, (ETFs). Diese Fonds bilden einen Index wie etwa den DAX eins zu eins nach und versprechen weitgehend die gleiche Wertentwicklung. Ich war dafür zuständig, fachliche Anforderungen in Konzepte umzusetzen und musste eng mit dem Fondscontrolling und dem Fondsmanagement zusammenarbeiten. Ich erfasste selbstständig die Tagesabläufe eines Fondscontrollers und Fonds­managers, um zu verstehen, was beide weshalb umsetzen. Ich durfte entscheiden, ich durfte nachhaken, ich durfte eigene Ideen einbringen. Das war eine neue spannende Herausforderung für mich, nachdem ich zuvor meist nur Aufgaben zugeteilt bekommen habe.


„Als Berater darf man nicht stehenbleiben: Wir müssen Neues lernen, weil sich die Aufgaben und Themen ändern“

Mareike Renner, Consultant bei Cofinpro


Und es ging Schlag auf Schlag weiter: Nach meinem ersten Projekt war ich ein Dreivierteljahr in München bei einer großen Bank, die Spezialkredite vergibt. Schnell konnte ich noch mehr Verantwortung und noch mehr Aufgaben übernehmen. Dort war ich in ein Projekt eingebunden, das sich mit BCBS 239 beschäftigt hat. Dabei handelt es sich um eine regulatorische Anforderung des Gesetzgebers zur effektiven Aggregation von Risikodaten in Banken, welche als Folge der Finanzmarktkrise erlassen wurde. Ich befand mich dabei im ständigen Austausch mit den Bereichen Finanzen und Risiko, deren Daten in diesem Zusammenhang überleitbar gestaltet werden mussten. Dafür begleitete ich nicht nur die Konzeption, sondern auch den Test und die Umsetzung der fachlichen Anforderungen.

All das zeigt sehr gut, was das Reizvolle am Beruf des Beraters ist: Wir bleiben nicht stehen. Wir müssen immer über den Tellerrand schauen. Wir müssen dranbleiben, Neues zu lernen, denn unsere Aufgaben und Themen variieren. Der Beruf ist schnell und facettenreich. Mit Eigenverantwortung. Und das hat oft etwas mit Veränderungen zu tun – für den Kunden und für mich. Viele scheuen sich davor. Dabei bringt eine Veränderung immer eine Verbesserung mit sich. Das versuche ich auch gegenüber den Kunden zu kommunizieren. Dass ich dabei in einer Männerdomäne arbeite, realisiere ich kaum. Wir Frauen setzen uns genauso durch wie Männer. Ich erkenne keine Unterschiede. Vielleicht haben wir Frauen an manchen Stellen etwas mehr Empathie, die wir einbringen. Gepaart mit den Denkansätzen der männlichen Kollegen entsteht ein gutes Team, von dem die Kunden profitieren. Die ersten Schritte in meiner beruflichen Entwicklung bin ich nun gegangen. Und zumindest thematisch bin ich jetzt zu meinen Wurzeln zurückgekehrt.

Seit August arbeite ich in Bonn wieder in einem Projekt zur Baufinanzierung beziehungsweise Immobilienfinanzierung. Das ist mein Steckenpferd. Auch bin ich bei Cofinpro mittlerweile zur Expertin auf diesem Gebiet auserkoren worden: Denn ich betreue den Baustein, wie wir das nennen, in dem Themenkomplex Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Das bedeutet, dass ich mich diesbezüglich um die regulatorischen Gegebenheiten kümmere: Wie meint der Gesetzgeber das? Oder wie kann ich die Banken dahingehend beraten, dass ihre Empfehlungen so transparent wie möglich beim Kunden ankommen? Auch hier kann ich bei Cofinpro Verantwortung übernehmen, indem ich aktiv mitwirke, unser Beratungsportfolio zu gestalten. Diese Aufgabe macht mich sehr stolz.


Mareike Renner, Cofinpro

Mareike Renner, Cofinpro

Mareike Renner wurde 1990 in Brandenburg an der Havel geboren. Nach einem Dualen Studium mit Fachrichtung BWL-Bank an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin und bei der Commerzbank, absolvierte sie den Master in Wirtschaftspsychologie. Seit Oktober 2015 ist sie bei Cofinpro als Consultant tätig. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Bau- und Immobilienfinanzierung.